Die Langspielplatte wird 65

Musik Ausstellung im Medienpoint Tempelhof erzählt eine Erfolgsgeschichte.

Am 21. Juni 1948 stellte Columbia Records ihre „Long Playing Microgroove Record“, die LP vor. Auf der ersten Langspielplatte war Mendelssohn-Bartholdys „Violinkonzert e-Moll“ mit Nathan Milstein und dem New York Philharmonic Orchestra, dirigiert von Bruno Walter, zu hören. Im Jahr 1951 stellte die Deutsche Grammophon-Gesellschaft (DG) auf der Musikmesse in Düsseldorf gleich mehrere Langspielplatten mit 33 1/3 Umdrehungen pro Minute vor und setzte damit eine Erfolgsgeschichte in Gang. Alle LPs kamen aus dem Klassik-Bereich. Das Amadeus Quartett und der Geiger Wolfgang Schneiderhan machten ihre ersten Aufnahmen für die DG 1951.

Kult-Objekte. Während die 50er-Jahre von der Klassik beherrscht wurden, dominierte in den beiden Jahrzehnten darauf die neue Beat und Popmusik. Hinzu kam, dass mit der Vinyl-Platte auch die kunstvollen Plattencover entstanden sind. Derzeit ist Cover-Artwork künstlerisch gesehen spannender denn je und zum Teil sind daraus regelrechte Kult-Objekte geworden, wie etwa die Beatles auf dem Abbey Road-Zebrastreifen. Deswegen beginnt auch am 17. November die 117. Ausstellung im MedienPoint Tempelhof (Werderstraße 13), und zwar unter dem Titel „65 Jahre LPs in Deutschland – eine LP-Cover Ausstellung“.

Vinyl boomt. Dazu Henning Hamann aus dem Kreis der Organisatoren: „Wir werden ungefähr 160 LP-Cover zeigen, die garantiert Erinnerungen wachrufen. Mein alter Schulkumpel Detlef Herter hat mit großer Begeisterung geholfen, diese Schmuckstücke zu zeigen. Die einst so gefeierte CD verschwindet in Zeiten illegaler Downloads immer mehr und die Renaissance der Vinyl-LP mit jährlich steigenden Umsätzen kurbelt auch die Plattenspieler-Hersteller an. Wie heißt es doch so schön: „Totgesagte leben länger.“ Die Ausstellung ist montags bis freitags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der MedienPoint Tempelhof ist ein soziales Projekt des Kulturring in Berlin e.V. Tel.: (030) 788 931 94.

red/nm