Bürger stimmen über Fraenkelufer ab

Bauvorhaben: Beim Bürgerentscheid geht es um die Frage: erhalten oder umgestalten?

Um das Kreuzberger Fraenkelufer, einem etwa 250 Meter langen Abschnitt nordwestlich der Admiralbrücke, streiten sich seit zwei Jahren eine Anwohnerinitiative und der Bezirk. Der Konflikt um die Neugestaltung des Ufers am Landwehrkanal führt nun in einen Bürgerentscheid. Einigungsgespräche zwischen den Initiatoren des Bürgerentscheids und der Bezirksverordnetenversammlung haben zu keinem Ergebnis geführt.

Am 27. November können die Menschen in Friedrichshain-Kreuzberg darüber abstimmen, ob sie für den Erhalt des Fraenkelufers in seiner jetzigen Gestalt mit allen Büschen und Grünflächen, mit dem Querparken auf der Uferseite, den Freiflächen zwischen den Parkplätzen sowie der schneckenförmigen Treppe am Wiesental und für eine Instandsetzung sind. Und damit gegen den vom Bezirksamt geplanten Umbau. So steht es in dem Text, der am kommenden Sonntag zur Abstimmung steht. Daran können sich alle Wahlberechtigten im Bezirk beteiligen.

Die Fronten zwischen Gegnern und Befürwortern des Umbaus sind verhärtet. Die „Nachbarschaftliche Gruppe Fraenkelufer“ will die „beliebte natürliche und historische Uferlandschaft“ am Fraenkelufer erhalten und tritt für die regelmäßige Pflege, Instandhaltung und ökologische Nachhaltigkeit ein. Die Pläne des von den Grünen dominierten Bezirksamts bezeichnet sie als „sterile, unökologische und teure Steinversiegelung“. Außerdem wurde das Bezirksamt für eine unzureichende Bürgerbeteiligung an den Planungen kritisiert. Diese sehen vor, Nutzungskonflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern zu entschärfen, Barrieren entlang der Uferpromenade abzubauen, den Grün- und Erholungsraum aufzuwerten und Sitzelemente vor allem für ältere und mobilitätsbeeinträchtigte Menschen zu schaffen. Außerdem soll das historische Geländer saniert und alle Stellplätze am Fraenkelufer sowie im unmittelbaren Umfeld erhalten werden. Im Bereich Böcklerpark hat die Umgestaltung des Nordufers bereits begonnen.

Übergreifendes Interesse

Der ADFC hat sich für Veränderungen am Fraenkelufer ausgesprochen: „Der aktuelle Uferweg ist schmal und in schlechtem Zustand. Im Sommer kommen sich Fußgänger und Radfahrer in die Quere. Außerdem ist er für Rollstuhlfahrer kaum benutzbar, für ältere Menschen bei Nässe gefährlich.“  Ein durchgängiger, attraktiver und breiterer Fuß- und Radweg entlang des Landwehrkanals sei ein übergreifendes städtebauliches Ziel, das über den „reinen Anwohnerinteressen steht“, so der ADFC.

Nils Michaelis, Bild: Hanke + Partner