Frühstück statt Berufsverkehr

Umfrage: Fast 40 Prozent der Unternehmen bieten eine Option auf Homeoffice an.

Morgens kein Stau im Berufsverkehr und kein Stehen in einer überfüllten, stickigen U-Bahn. Stattdessen zu Hause ein zweites Frühstück genießen und dabei mit den Kollegen im Büro per E-Mail oder Intranet kommunizieren. So sieht für die meisten Arbeitnehmer wohl der Traum vom Homeoffice aus. Im Nachbarland Niederlande kann inzwischen tatsächlich jeder Arbeitnehmer entscheiden, ob er lieber zu Hause oder im Büro arbeiten will. In Deutschland dagegen gibt es darauf keinen gesetzlichen Anspruch, es ist jeweils eine Vereinbarung mit dem Arbeitgeber notwendig.

Strecke sparen

cr_lvs_bb_home_office1b„Die Arbeit im Homeoffice hat zwei Seiten“, erklärt Oliver Schönfeld vom Verbraucherportal Ratgeberzentrale.de. Einerseits sei es beispielsweise für Pendler mit einem weiten Weg zur Arbeit eine deutliche Erleichterung, wenn diese Strecke zumindest gelegentlich entfallen könne. Andererseits müsse man aber auch sehen, dass bei der Arbeit im Homeoffice die Abgrenzung zwischen Beruf und Freizeit viel schwerer falle, als wenn man am Feierabend das Büro verlassen und von der Arbeit abschalten könne.

Im Trend

Immer mehr Firmen bieten die Möglichkeit zur Arbeit im Homeoffice. Fakt ist: Immer mehr deutsche Unternehmen bieten ihren Beschäftigten die Möglichkeit, gelegentlich im Homeoffice zu arbeiten. Das ergab die aktuelle ifo-Randstad-Personalleiterbefragung. Betrug der Anteil der Firmen, die ihren Mitarbeitern die Möglichkeit zur Arbeit im Homeoffice geben, 2012 erst 30 Prozent, so sind es 2016 schon fast 40 Prozent. Etwa zwei Drittel der größeren Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten bieten die Arbeit im Büro zu Hause an, bei Firmen unter 50 Mitarbeitern sind es nur 29 Prozent. 23 Prozent der Unternehmen wollen der Umfrage zufolge Homeoffice in den kommenden Jahren verstärkt nutzen, nur drei Prozent wollen diese Arbeitsform zurückfahren.

djd, Bild: djd/randstad/Getty