Panda-Paradies entsteht im Eiltempo

So wird die neue Besucherattraktion im Zoo Berlin aussehen.

Im Sommer kommenden Jahres wird endlich wieder ein Panda-Paar in den Berliner Zoo einziehen. Um diesen seltenen Tieren ein artgerechtes und modernes Zuhause zu bieten, entsteht nun auf der Fläche des ehemaligen Hirsch-Geheges eine großzügige Anlage. Seit der offiziellen Zusage im Herbst 2015 durch die Bundeskanzlerin Angela Merkel laufen die Planungen mit dem Berliner Architekturbüro dan pearlman auf Hochtouren. Die Architekten bringen die nötigen Erfahrungen für das Projekt mit. Erst im Frühjahr eröffnete die von dem Berliner Büro entworfene Panda World im südkoreanischen Zoo und Freizeitpark Everland Resort.

Blickfang Pavillon

Schon vom Eingang Elefantentor wird der Besucherpavillon sichtbar sein, der an den historischen Chinesischen Pavillon von 1898 angelehnt ist und erste Blicke in das Außengehege des Panda-Weibchens erlaubt. Da Große Pandas in der Regel Einzelgänger sind, werden sie auch im Zoo Berlin bis auf wenige Tage im Jahr getrennt voneinander gehalten werden. Die beiden großzügigen Außengehege werden von einem funktionalen und zurückhaltenden Gebäude getrennt, in dem eine überdachte Besucher-Plaza sowie die Stallungen und die Pflegerbereiche untergebracht sind. Der Entwurf der Panda-Anlage verbindet europäische Moderne und fernöstliche Tradition: Das puristische Panda-Haus bekommt durch die Ziegelfassade und chinesisch anmutenden Tore sowie Geländer und den Pavillon eine fernöstliche Verbindung. Vorbild für das Landschaftskonzept der Panda-Anlage ist die Heimat der Großen Pandas, die östlich des tibetischen Hochplateaus gelegene Provinz Sichuan. Bambus, Gesteinsformationen und kleine Wasserläufe werden auch im Berliner Zoo den Lebensraum der Tiere prägen. Eine dezentrale Ausstellung von Wissenswertem rund um das Leben der Pandas wird den Besuch zusätzlich bereichern.

cr_lvs_titel_chwi_47Wie bei all ihren Projekten legen die Architekten auch bei den sensiblen Großen Pandas besonderen Wert auf das Wohl der Tiere. So spenden die Dachfenster aus Plexiglas über den Innengehegen Tageslicht und sind auch für ultraviolette Strahlen durchlässig. Unter der Maßgabe des Behavioural Enrichment regen in den natürlich gestalteten Außengehegen unter anderen Kletterparcours, Sandbecken, Unterstände, Schaukeln und Rutschen die Pandas zu vielfältigen Beschäftigungen an. Eine besondere Herausforderung ist der straffe Zeitplan. Nur 14 Monate sind für die Planung und den Bau der Panda-Anlage vorgesehen, denn bereits im Sommer 2017 soll die 5.480 Quadratmeter große Anlage einzugsbereit sein. Die Gesamtkosten für dieses Panda-Paradies liegen bei etwa neun Millionen Euro. Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem ist als Bauherr zufrieden mit dem Ergebnis der Planungen und dem Fortschritt auf der Baustelle: „Die Gestaltung der Anlage ist in Gemeinschaftsarbeit aller Fachbereiche des Zoos entstanden und wir sind stolz darauf, nach fünf Jahren wieder Große Pandas in Deutschland zu halten. Sie sind für uns etwas ganz Besonderes und werden in das derzeit modernste Panda-Habitat Europas einziehen.“ „Eine Anlage für so seltene Tiere zu planen und von der ersten Idee bis zum Einzug der Pandas zu betreuen, ist eine besondere Ehre“, sagt Kieran Stanley, CEO von dan pearlman Erlebnisarchitektur. Der gefährdete Große Panda gilt als Botschafter für den Artenschutz. Weltweit gibt es nur noch etwa 2.000 Tiere, in Zoologischen Gärten außerhalb Chinas sind Große Pandas eine besondere Seltenheit.

Panda-Blog informiert

Seit Anfang November laufen nun die Bauarbeiten. Zunächst wurde die Baustelle eingerichtet, Bäume gefällt sowie zwei Hirschställe abgerissen. Über aktuelle Bautätigkeiten wird in den kommenden Monaten regelmäßig im Panda-Blog auf der Zoo-Website im Rahmen eines Baustellentagebuches berichtet.

red, Bild: Zoo Berlin; Visualisierung: Zoo Berlin