Handel mit Aktien auch für Kleinanleger möglich

Trotz niedriger Zinsen für Tages- und Festgeld meiden Kleinanleger nach wie vor die Börsen. Das Gerücht, Aktien seien nur für Investoren mit viel Geld interessant hält sich hartnäckig. Experten sehen dies jedoch völlig anders. Gerade bei kleineren Summen ist es sinnvoll, diese an der Börse arbeiten zu lassen. Voraussetzung ist jedoch immer, dass noch ein Notgroschen als Tagesgeld jederzeit verfügbar ist. Beim Aktiendepot für Kleinanleger sollte man vor allem darauf achten, dass keine Gebühren für die Depotführung verlangt werden. Die Orderkosten sind dagegen nicht ganz so wichtig, da in der Regel nicht permanent neue Aufträge platziert werden.

Sparkonten nach wie vor beliebt

Wie eine aktuelle Forsa-Umfrage zeigt, legen 88 Prozent der Deutschen regelmäßig Geld auf die Seite. Dabei handelt es sich zumeist um Beträge von unter 200 Euro. Obwohl es kaum Zinsen gibt, wandert ein Großteil davon immer noch auf ein Sparkonto. Nur rund 13 Prozent der Bundesbürger sind überhaupt im Besitz von Aktien oder Fondsanteilen. Dagegen schlummern 40 Prozent des Geldvermögens, immerhin etwa zwei Billionen Euro auf Sparkonten, die kaum Zinsen bringen. Erstaunlicherweise trauen sich eher ältere Anleger an die Börse.

Mit Aktien Geld verdienen

Aktien sind sehr gut für die Anlage mit kleineren Summen geeignet. Im Vergleich zu Zinsanlagen ist die Rendite dabei um einiges höher. Viele Kleinanleger fürchten jedoch, dass sie ihr Erspartes durch einen Aktiencrash verlieren. Wie die Vergangenheit jedoch zeigt, war diese Sorge bisher zumindest unbegründet. Voraussetzung hierfür ist, dass Anleger zwei wichtige Grundsätze berücksichtigen.

Zunächst muss das Geld möglichst breit auf dem Aktienmarkt investiert werden. Dies funktioniert unter anderem mit Aktienfonds, welche ihr Geld in Papiere von Unternehmen in Deutschland, Europa oder weltweit investieren. Eine günstige Alternative sind Exchange Traded Funds (ETFs), die einen kompletten Index abbilden und ohne teures Fondsmanagement auskommen.

Zweitens sollte die Anlage in Aktien langfristig ausgerichtet sein. Wer seine Aktien in der Vergangenheit über 15 Jahre anlegte, erzielte eine Rendite von mindestens 2,4 Prozent. Zwischen 1984 und 1998 war ein Gewinn von bis zu 15,4 Prozent möglich. Eine Garantie, dass es auch in Zukunft so läuft, gibt es natürlich nicht, ein starkes Indiz ist es dennoch.

Regelmäßig Geld anlegen

Wer keine größere Summe auf einen Schlag anlegen kann sein Geld in einen Sparplan anlegen. Diese werden bereits ab einer monatlichen Sparrate von 25 Euro angeboten. Aufgrund des Cost-Average-Effekts lassen sich damit innerhalb kurzer Zeit positive Ergebnisse erzielen. In Zeiten von hohen Kursen werden weniger und in schwierigen Zeiten mehr Anteile eines Wertpapiers gekauft. Deshalb spielt der Einstiegszeitpunkt bei einer solchen Anlage keine Rolle. Auf längere Sicht wurden zwischenzeitliche Kurseinbrüche bisher stets wieder ausgeglichen.

Investiert wird in Anteile von mehreren Hundert Aktien, was automatisch zu einer breiten Risikostreuung führt. Geringverdiener können beispielsweise in Mischfonds anlegen, die sich aus Aktien, Anleihen, und teilweise auch aus Rohstoffen zusammensetzen. Einige Fonds investieren auch in große Indizes wie Dax, EuroStoxx oder den weltweiten MSCI World.

Auf die Kosten achten

Bei kleinen Sparraten können die Gewinne schneller durch die Kosten aufgefressen werden. In letzter Zeit haben jedoch vor allem die Direktbanken ihre Konditionen verbessert. Früher fielen für ETF öfters Mindestgebühren und bei Fonds hohe Ausgabeaufschläge an. Mittlerweile wurden die Gebühren teilweise kräftig gesenkt, die Depotführung ist in der Regel kostenlos. Filialbanken sind zumeist teurer, günstige ETF oftmals gar nicht verfügbar.

In vielen Fällen beteiligt sich der Arbeitgeber über vermögenswirksame Leistungen am Kapitalaufbau. Diese werden von rund 10 Millionen Arbeitnehmern in Anspruch genommen. Je nach Branche und Betriebsvereinbarung zahlt der Chef bis zu 40 Euro im Monat dazu. Voraussetzung ist, dass der Arbeitnehmer das Geld über sieben Jahre in ein Sparprodukt investiert. Die Leistung ist allerdings freiwillig, nicht jeder Betrieb bietet sie an.

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