Aktiver Einbruchschutz

Sicherheit: Die dunkle Jahreszeit ist das ideale Biotop für Einbrecher –wie sich Eigentümer und Mieter vor Räubern besser schützen können.

Einbrüche bei Tage sind auf dem Vormarsch, doch noch immer schlagen Einbrecher bei Dunkelheit am häufigsten zu. Dabei ist die Gefährdung in der dunklen Jahreszeit von Oktober bis März am höchsten. Fast zwei Drittel der 149.500 Fälle von Wohnungseinbruchdiebstählen im Jahr 2013 ereigneten sich in den Abendstunden oder nachts. Um Einbrüchen vorzubeugen, rät die bundesweite Initiative für aktiven Einbruchschutz „Nicht bei mir!”, in der sich die Polizei und Verbände der Sicherheitswirtschaft zusammengeschlossen haben, zu der Einhaltung einfacher Verhaltensregeln und der gezielten Anschaffung von Sicherheitstechnik.

Längere Abwesenheit

„Effektiver Schutz gegen Einbrecher fängt beim eigenen Verhalten an”, unterstreicht Dr. Helmut Rieche, Vorsitzender der Initiative für aktiven Einbruchschutz. Angekippte Fenster und Terrassentüren seien nahezu eine Einladung für Diebe, nur ins Schloss gezogene Türen stellten kaum ein Hindernis dar. Bei längerer Abwesenheit empfehlen die Experten, über Zeitschaltuhren zeitweise Räume zu beleuchten und so Anwesenheit vorzutäuschen. Strategisch platzierte Bewegungsmelder und Scheinwerfer im Außenbereich nehmen Einbrechern den Schutz der Dunkelheit.

Geeignete Maßnahmen

Den wirkungsvollsten Schutz bietet die richtige Sicherheitstechnik. Fast 40 Prozent aller Einbruchsversuche scheitern bereits heute an geeigneten Schutzmaßnahmen. Einbruchhemmende Fenster und Türen verhindern zum Beispiel das schnelle Öffnen einer Terrassentür mit einem Schraubendreher. Alarmanlagen bieten einen Zugewinn von Sicherheit und Komfort und tragen dazu bei, die Einbrecher zu schnappen.

Aktueller Anstieg

Doch der „Trend“ bei Einbrüchen hat sich längst weg von der Wohnungstür hin zum Keller verlagert. Zumindest in der Stadt. Sank die Zahl der Wohnungseinbrüche im Vergleich zum Vorjahr, schnellte die Zahl der Kellerräubereien um mehr als 40 Prozent im Vergleich zu 2014 nach oben. Den aktuellen Anstieg begründen Experten damit, dass viele Wohnungseigentümer und Mieter viel Geld in moderne Schließanlagen sowie in die Ertüchtigung der Wohnungstüren investiert haben, nicht aber in die Aufrüstung ihrer Kellerverschläge. Da muss oft noch ein Vorhängeschloss als Alibi für ausreichenden Schutz erhalten. Ein „dankbares“ Hindernis für Einbrecher, zumal sie sich – anders als bei einem Wohnungseinbruch – mehr Zeit lassen können, da die Gefahr, entdeckt zu werden, relativ gering ist. Meistens werden die Türen zu den Kellerräumen nicht wirklich abgeschlossen. Und: Viele Anwohner kennen einander nicht mehr wirklich, weshalb es ihnen auch nicht auffällt, wenn sich Fremde in den Kellerräumen des Hauses zu schaffen machen.

Kostenlose Beratung

Wer sich nicht sicher ist, ob seine Wohnung oder Keller sicher sind und sich gerne persönlich beraten lassen möchte, ist bei der polizeilichen Beratungsstelle Einbruchschutz im Polizeipräsidium am Platz der Luftbrücke 6 genau richtig. Deren Mitarbeiter sind zudem jeden Tag in der Hauptstadt unterwegs und beraten vor Ort. Eine Beratung dauert ein bis zwei Stunden, sie ist für Besitzer von Einfamilienhäusern aber auch Bewohner von besonders gefährdeten Wohnungen möglich und kostenlos. Bei allen Beratungen vor Ort werden Protokolle angefertigt, in denen – natürlich produktneutrale – Empfehlungen mit den Fachbegriffen stehen. Kleines Manko: Die Wartezeit beträgt inzwischen zwei Monate.

 

Praktische Tipps

Türen und Fenster

Fenster und Terrassentüren sind beliebte „Einlass“-Pforten für Einbrecher. Um sie von ihrem Tun wirksam abzuhalten, helfen abschließbare Zusatzsicherungen. Für Wohnungs- sowie Haus- und Kellertüren in Einfamilienhäusern gibt es sogenannte Querriegelschlösser, die einen besonders hohen Einbruchschutz bieten.

Alarm aus dem Koffer

Wirksamen Schutz gegen Einbrecher leisten Alarmanlagen nur dann, wenn sie mit einer Wachstelle verbunden sind, die die ausgelösten Alarme nachverfolgen.Der Sicherheitsdienstleister Securitas bietet Alarmanlagen in vielen Serviceumfängen an. Zur temporären Überwachung von Räumen eignet sich der mobile Alarmanlagenkoffer. Bewegungsmelder und Sendeeinheit gibt es dazu in einem Set, das flexibel aufgestellt werden kann. Im Alarmfall wird die Leitzentrale per automatischem Anruf benachrichtigt. Bis zu 36 Stunden kann das System auch ohne Netzstrom auskommen. Der Service aus dem Koffer ist für einen monatlichen Tarif ab 99 Euro bei der Securitas zum Beispiel während der Urlaubszeit buchbar.

Weitere Informationen finden Sie hier.

mw / Bilder: nicht-bei-mir.de (2), Stefan Bartylla