Aller guten Dinge sind drei

Bundesliga: Wie Hertha BSC die neue Saison meistern will.

Mit einem Heimspiel startet Hertha BSC am Samstag in die neue Bundesliga-Saison. Wohl wissend, dass der Wiederaufsteiger VfB Stuttgart kein leicht zu bespielender Gegner sein wird und dass das Team um Kapitän Vedad Ibisevic noch nicht ganz seine einhundertprozentige Leistungsfähigkeit erreicht hat. Das wurde beim Pokalauftakt in Rostock deutlich, bei dem sich die Herthaner lange gegen den widerspenstigen Drittligisten FC Hansa schwer taten, ehe sie die Weichen in Richtung 2:0-Sieg stellten.

Apropos Pokal

Mit der Dreifachbelastung aus DFB-Pokal, Europa League und Bundesliga betritt nicht nur die aktuelle Mannschaft, sondern auch Trainer Pal Dardai Neuland. „Als Spieler“, so der Ungar gegenüber dem rbb, „kenne ich mich mit der Doppelbelastung Bundesliga und europäischem Pokalwettbewerb aus. Als Trainer noch nicht. Das muss ich noch lernen.“ Ziel sei es, in allen Wettbewerben erfolgreich zu spielen. Eine klare Ansage an Spieler, Verein und Fans. Letztere können sich noch gut an die letzte Europapokalteilnahme im Jahr 2009 erinnern, als das Team am Ende der Saison aus der ersten Bundesliga absteigen musste.

Erfüllte Wünsche

„Wir wollen beweisen, dass man trotz der Europa Leaque eine gute Bundesliga-Saison spielen kann“, erklärt Hertha-Manager Michael Preetz. Der konnte seinem Trainer im zurückliegenden Transfer-Sommer einige Wünsche erfüllen. Auch weil es gelang, bis auf John Anthony Brooks alle Leistungsträger zu halten. Dass es den US-amerikanischen Innenverteidiger zum VfL Wolfsburg zog, dürfe sich im Nachhinein als Glücksfall herausstellen, weil der Werksverein bereit war, rund 20 Millionen Euro auf den Tisch zu legen. Geld, mit dem Preetz neue Spieler verpflichten konnte, die durchaus als Verstärkung bezeichnet werden können. Allen voran U21-Europameister Davie Selke, der sich nach einem überzeugenden Gespräch mit Dardai für den Hauptstadtklub entschied.

Tolle Verstärkungen

„Mit ihm und Vedad Ibisevic haben wir jetzt zwei große und torgefährliche Angreifer“, sagt Dardai. Als Ersatz für Brooks kam der Niederländer Karim Rekik von Olympique Marseille. Matthew Leckie soll auf dem Flügel für Geschwindigkeit sorgen. Beim FC Ingolstadt hatte sich der Australier als einer der schnellsten Spieler der Bundesliga hervorgetan.Valentino Lazaro, ein Österreicher von RB Salzburg, wurde dann als bislang letzter Zugang nach langen Verhandlungen verpflichtet.

Der 21-Jährige war ein Wunschkandidat von Pal Dardai: „Er ist ein Spieler, den wir brauchen. Er bereitet Tore vor und ist vielseitig einsetzbar. Er kann auf den Außenbahnen defensiv und offensiv sowie im Zentrum spielen.“ Das Torwarttrio komplettiert in der neuen Saison Jonathan Klinsmann, 20-jähriger Sohn des einstigen Nationalspielers und Bundestrainers Jürgen Klinsmann. „Wir wollen wieder in die obere Tabellenhälfte, mit der Abstiegszone wollen wir nichts zu tun haben“, sagt Herthas tschechischer Mittelfeldmotor Vladimir Darida. Wohl wissend, dass sich Hertha BSC in jedem Jahr unter Trainer Pal Dardai verbessert hat.

Manfred Wolf