Reinickendorf braucht mehr Spielplätze

Viele Ortsteile sind unterversorgt / Bezirk investiert in diesem Jahr fast 2,2 Millionen Euro.

Rund 2,17 Millionen Euro steckt der Bezirk Reinickendorf in diesem Jahr in den Neubau und in die Sanierung von Spielplätzen. „Sollten alle Spielplätze, die 20 Jahre und älter sind und bisher in keinem Programm angemeldet sind, komplett grundsaniert werden, würde der Bezirk 7,5 Millionen Euro benötigen“, so Bezirksstadträtin Katrin Schultze-Berndt (CDU). Dabei sei noch kein Spielplatzneubau berücksichtigt. Durchschnittlich würden jedes Jahr mindestens fünf Spielplätze mit einem Gesamtvolumen von circa 1,5 Millionen komplett saniert oder neu gebaut.

In diesem Jahr wird ein neuer Spielplatz am Klinnerweg errichtet. Ein weiterer ist mittelfristig an der Straße Alt-Wittenau geplant. Außerdem sollen binnen fünf Jahren elf bestehende Plätze erneuert oder vergrößert werden. Dafür stehen insgesamt rund 4,39 Millionen Euro zur Verfügung. Laut Schultze-Berndt stehen 2018 Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten auf Anlagen im Lesserpark, am Nordgraben, am Seggeluchbecken, am Büsumer Pfad sowie an der Ecke Zehntwerder Weg/Wolfacher Pfad und in der Hoppestraße an.

Zustand verbessert

Bei der öffentlichen Spielplatzfläche pro Kopf beträgt der durchschnittliche Versorgungsgrad der Bezirke 60 Prozent. „Reinickendorf liegt mit einer Versorgung von 68 Prozent auf dem dritten Platz und wird durch Spielplatzerweiterungen und Spielplatzneubau den Zustand weiter verbessern“, so Schultze-Berndt. „Die Ortsteile Hermsdorf, Wittenau, Frohnau, Konradshöhe und Heiligensee haben hierfür erhöhten Bedarf.“ Der Bezirk lege großen Wert auf eine gute flächendeckende Versorgung mit attraktiven Spielplätzen.

„Das Bezirksamt sollte den Spielplatzbedarf in den einzelnen Regionen nach den Erkenntnissen des Stadtentwicklungsplans Wohnen 2030 ermitteln und das Spielplatzangebot ausbauen“, erklärt Grünen-Fraktionschef Hinrich Westerkamp. „Diese konkrete Planung liegt uns leider bisher nicht vor.“ Bei der Spielplatzfläche pro Kopf sei Reinickendorf vergleichsweise gut aufgestellt. Dies dürfe aber nicht darüber hinweg täuschen, dass pro Einwohner eine Unterversorgung von 0,33 Quadratmetern bestehe. 110.000 Quadratmeter Spielfläche fehlten, um den Bedarf bezirksweit zu decken. Zu den am stärksten unterversorgten Regionen gehöre das Märkische Viertel mit 25.000 Quadratmetern, der Ortsteil Reinickendorf (21.000 Quadratmeter) sowie Wittenau (17.000 Quadratmeter).

Alarmierende Zahlen

„Unser Ziel muss es sein, besonders die Gebiete mit der geringsten Quote durch eine bedarfsgerechte Versorgung anzupassen“, so Westerkamp. Der Zustand der Berliner Spielplätze sorgte dieser Tage für Aufregung. Besonders dramatisch ist die Situation in Steglitz-Zehlendorf und Pankow. In Steglitz-Zehlendorf sind von 139 öffentlichen Spielplätzen nur 31 völlig intakt. Bei 218 öffentlichen Spielplätzen in Pankow gilt dies nur für 38, so die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz in ihrer Antwort auf eine Anfrage der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus. Weniger dramatisch ist die Situation in Reinickendorf. Sämtliche 85 öffentliche Spielplätze verfügen den Angaben zufolge über vollständig intakte Spielgeräte. Drei Anlagen sind wegen Neubauarbeiten gesperrt.

Text: Nils Michaelis, Bild: Thinkstock/PolkaDot/Jupiterimages