Bezirke bauen Spreeradweg aus

Lange geplanter Lückenschluss soll endlich kommen.

Der Spreeradweg führt Radfahrer von der Quelle in Eibau bis nach Berlin, wo der Fluss in die Havel mündet. Auch der Berliner Abschnitt des beliebten Radweges ist im Sommer stark frequentiert. Was in Treptow so idyllisch beginnt, endet für viele Radler jedoch spätestens in Charlottenburg. Denn, obwohl seit mehr als 30 Jahren in Planung, hat es den wichtigen Lückenschluss des Radwegs zwischen Charlottenburg-Wilmersdorf und Spandau immer noch nicht gegeben. Die entsprechenden Hinweisschilder enden sogar bereits in Mitte. Das wollen die Bezirksämter nun ändern. Künftig sollen Radreisende problemlos von Erkner bis nach Spandau durchfahren können. Aktuell überwiegen hier noch Schotterpisten und Schlaglöcher. Zwischendurch bleibt meist nichts anderes übrig, als auf autobefahrene Straßen auszuweichen. In Mitte wird derzeit der Abschnitt des Spreeradweges vom Wullenwebersteg bis zur Lutherbrücke am Schloss Bellevue erneuert.

Abschnitte geplant

Auch an der Museumsinsel und dem Humboldtforum, das im kommenden Jahr fertig sein soll, ist eine Fortsetzung des Spreeradweges geplant. Bis es hier soweit ist, können aber noch einige Jahre vergehen. Schneller soll der Ausbau in Charlottenburg und Spandau verlaufen. Erst Anfang Juli fand dazu ein Abstimmungstermin beim Senat für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz mit den Bezirken und der infra Velo GmbH, die die Baumaßnahmen übernehmen wird, statt. „In diesem Termin wurde über Abschnitte gesprochen, die zügig umgesetzt werden könnten. Der Abschnitt Am Juliusturm bis Juliusturmbrücke wird als erstes von der „infra Velo“ geplant. Als Alternativroute werden der Anschluss entlang des Grützmachergrabens bis zur Straße Am Juliusturm und die Straße „An der Spreeschanze“ in die Planung mit aufgenommen“, erklärt das Bezirksamt Spandau.

Infrastruktur schaffen

Bereits im Jahr 2009 hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung eine Machbarkeitsstudie zur Realisierung des Spreeradweges zwischen dem Schlossplatz bis zur Mündung in die Havel in Auftrag gegeben. Nun soll die „infra velo“ erneut eine Studie zur Realisierbarkeit der Pläne erarbeiten. „Über die Ergebnisse wird sie die Bezirke Charlottenburg und Spandau in weiteren Abstimmungsterminen informieren“. In Charlottenburg-Wilmersdorf soll zudem ein weiterer Abschnitt zwischen der Capivibrücke und der Schlossbrücke noch in diesem Jahr fertiggestellt werden. Die Arbeiten für die Instandsetzung des Weges von der Paulstraße zur Bezirksgrenze in Charlottenburg-Wilmersdorf laufen bereits. Hier kam es kurz nach Beginn der Arbeiten zu Kritik seitens der Anwohner, die mangelnde Kommunikation und das Abholzen von Bäumen beklagten.

Das Bezirksamt Mitte versichert aber, dass „durch die Instandsetzung der Fahrradroute eine Verbesserung und Aufwertung von Grünanlagen und Straßenräumen erfolgt“. Warum es dennoch so lange gedauert hat, bis die Pläne in die Tat umgesetzt wurden, erklärt die zuständige Senatsverwaltung mit bislang fehlendem Personal in den bezirklichen Grünflächenämtern. Nun soll hier aufgestockt und der Radweg endlich ausgebaut werden, damit Radler tatsächlich bis zur Havelmündung fahren können.

Datum: 27. Juli 2018, Text: Katja Reichgardt, Bild: imago/CHROMORANGE