Tegeler fordern neue Route für Buslinie 133

Senioren und Kiez-Einrichtungen sollen besser angebunden werden.

Einen Kilometer bis zur nächsten Bushaltestelle laufen: Wer gut zu Fuß ist, sollte damit kein Problem haben. Wer nur eingeschränkt mobil ist, stößt bei dieser Distanz hingegen schell an seine Grenzen.

Von Menschen mit derlei, nicht zuletzt altersbedingten, Gebrechen, gibt es in dem Wohngebiet zwischen Berliner Straße und Greenwichpromenade so einige.

Bequemer einkaufen

Eine Gruppe von Anwohnern macht sich daher dafür stark, dass die Buslinie 133 in Richtung Haselhorst künftig nicht mehr von der Brunowstraße in die Berliner Straße einbiegt, sondern der Brunowstraße bis zum Eisenhammerweg folgt, dort nach links einbiegt und dann über die Veitstraße zur Berliner Straße zurückkehrt. In Richtung Alt-Tegel soll hingegen alles beim Alten bleiben. Durch die „Linienanpassung“ sollen die Anwohner im Umfeld der neuen Haltestellen besser ans Nahverkehrsnetz, die Humboldt-Bibliothek, Einkaufsmöglichkeiten in der Berliner Straße und an das Tegel-Center angebunden werden. Zudem sollen Gotteshäuser, Caritas, Kita und andere Anlaufstellen besser zu erreichen sein.

Mit dem von der Caritas und den örtlichen Kirchengemeinden unterstützten Anliegen haben sich die Anwohner an die BVG , das Bezirksamt und die in der Bezirksverordnetenversammlung vertretenen Parteien gewandt. Gemessen an den Reaktionen gibt es bislang wenig Hoffnung für eine Verlegung der Buslinie 133. Laut BVG ist an einen Einsatz der Busse in den engen Wohnstraßen ohne einen „erheblichen Umbau“ nicht zu denken. Sowohl die Straßenbreite als auch der „Ausbauzustand“ der Straßen würden nicht den Vorgaben entsprechen. „Es müssten alle Parkplätze auf einer Seite entfallen und alle Bäume beschnitten werden“, teilt die BVG schriftlich mit. Anwohner halten die Straßenbreite hingegen für ausreichend.

Geteilte Fahrzeuge 

Bezirksstadträtin Kathrin Schultze-Berndt (CDU) schlägt vor, einen Einsatz von „BerlKönig“-Fahrzeugen ins Auge zu fassen. Dabei handelt es sich um ein On-Demand-Ridesharing-Angebot, das Fahrgäste mit ihrem Smartphone aktivieren können. Die BVG testet den „BerlKönig“ derzeit, und zwar zunächst freitag- und samstagabends, innerhalb des östlichen S-Bahn-Rings. Ob das Angebot auf Randgebiete wie Tegel ausgedehnt werden wird, lässt die BVG momentan offen. Zuerst müsse die Resonanz in dem Pilot-Gebiet abgewartet werden, so eine Sprecherin.

Die SPD-Fraktion macht sich für eine Verlegung der Linie 133 nach den Vorgaben der Anwohner stark. Weiterhin wird vorgeschlagen, zwei neue Haltestellen einzurichten, und zwar hinter dem Kreisverkehr in der Brunowstraße (nahe der Kirchgasse) sowie im Bereich der Kreuzung von Eisenhammerweg und Veitstraße.

Datum: 19. September 2018. Text: Nils Michaelis. Bild: Thinkstock/iStock/Mickis-Fotowelt