Hilfe ist immer willkommen

Ehrenamt: Das Café ohne Grenzen durchbricht kulturelle Barrieren

Wo lernen Geflüchtete neue Leute kennen? Nicht auf Arbeit, da sie meistens keine Arbeitserlaubnis haben. Nicht beim Einkaufen, wenn sie skeptisch beäugt werden. Nicht in der Bahn, wenn sich die Leute weg setzen, sondern beim Café ohne Grenzen in der Florastraße 84. Dies sei ein Ort, so die Betreiber vom unabhängigen Jugendzentrum Pankow (JUP), „an dem aus einer Willkommenskultur eine Austauschkultur wird. Ein Ort, an dem Geflüchtete und ihre Nachbarn Freunde werden. Hier gibt es keinen Unterschied zwischen Unterstützenden und Geflüchteten, hier gibt es in erster Linie Menschen, die gerne Zeit miteinander verbringen und sich unterstützen“. Wer einfach mal schauen will, wie das alles funktioniert, der ist wieder am 30. September, 15 bis 17 Uhr, ins Café ohne Grenzen eingeladen.

Vielfältiges Angebot

Jeden zweiten Sonntag öffnet das Café im JUP seine Türen. Dabei werden seit Februar 2014 Geflüchtete und Anwohner aus Pankow und Umgebung zusammengebracht, um Vorurteile und Berührungsängste abzubauen. Die Nachfrage, so die Betreiber, sei riesengroß. Im festen Angebot sind unter anderem die Umsonst-Boutique und die juristische Beratung mit Sprachmittlung. In den Sporträumen können sich die Kinder richtig austoben, es wird Musik gemacht, getanzt und die Kommunikation funktioniert immer – zur Not mit Händen und Füßen. Beim Café ohne Grenzen lebt das ganze Haus. Betrieben wird das Café von einer buntgemischten Truppe – Jugendliche aus dem JUP, Ehrenamtliche aus dem Willkommensnetzwerk „Pankow hilft!“, Geflüchteten und Nachbarn.

Spender gesucht

Seit eineinhalb Jahren arbeitet das Café mit einem Anwalt zusammen, der geflüchteten Menschen juristische Beratung anbietet. Neben Übersetzungsarbeiten war dies einer der dringlichsten Wünsche. Dabei wird geklärt, welche Schritte die Geflüchteten nach ihrer Ankunft in Deutschland als nächstes machen müssen, um ihren Aufenthalt auf eine juristisch solide Basis zu stellen. Die Café-Betreiber suchen nach ehrenamtlichen Helfern zum Beispiel für Werbung und Veranstaltungsvorbereitungen, benötigen aber auch Gelder, um das Café zu realisieren, für die Rechtsberatung mit Sprachmittlung sowie für Verbrauchsmaterialien im Café. Wer spenden möchte, tut dies am einfachsten online.

Datum: 24.09.2018, Autor: Manfred Wolf, Bild: JUP