1.800 neue Nachbarn für den Friedrichsfelder Kiez

127-Millionen-Euro-Projekt startet in Lichtenberg

Neben dem traditionellen Grundstein spielte Mitte September ein fliegendes Badezimmer die Hauptrolle auf der größten Baustelle, die Friedrichsfelde derzeit zu bieten hat. Die Gewobag und der Projektentwickler, die OFF Immobilien-Beteiligungs GmbH, feierten gemeinsam mit der Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Die Linke) und Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Die Linke) die Grundsteinlegung für das neue Dolgensee-Center. Hier entstehen derzeit 678 Wohnungen für rund 1.800 neue Bewohner im Viertel. Die fliegende Nasszelle am Haken des riesigen Baukrans hing dabei stellvertretend für die rund 830 Badezimmer, die komplett vorgefertigt in Modulbauweise in die einzelnen Wohnungen integriert werden.

Guter Neubeginn

„Eine jahrzehntelange Brache wird endlich wieder genutzt. Die Hälfte der Wohnungen wird mietpreis- und belegungsgebunden sein“, freute sich Senatorin Lompscher in ihrer Rede über die bevorstehenden Entwicklungen im Ortsteil. Genau die Hälfte der neuen Wohnungen werden mit geförderten Mieten ab sechs Euro pro Quadratmeter angeboten werden. „Für den sozialen Wohnungsbau in Berlin ist das ein gehöriger Schluck aus der Pulle“, schätzte Lompscher die Dimension des Projektes mit den elf zehngeschössigen Häusern ein. „Die Häuser werden nahezu sinnbildlich für einen nachhaltigen und vor allem sozialen Wohnungsbau in unserem Bezirk stehen. Insbesondere freut mich, dass die Versorgungssituation mitgedacht wurde. Dazu zählt neben dem Einzelhandel auch die soziale Infrastruktur mit Kita und Jugendclub. Gerne mehr davon!“, ergänzte Bezirksbürgermeister Michael Grunst diesen Aspekt.

Für Projektentwickler Klaus Off ist das Bauprojekt an der Dolgenseestraße Neuland. „In dieser Größenordnung waren wir bislang noch nicht tätig. Auf den ersten Blick scheint die Dauer der gesamten Bauleitplanung mit zweieinhalb Jahre ja recht lang“, räumt Off ein. Angesichts der Projektbegleitungen durch Bürgerbeteiligungen, sei diese aber zügig umgesetzt worden. „Wir mussten uns von Beginn an mit den Bedenken der Anwohner beschäftigen. Die Perspektive, dass das Quartier mit rund 1.800 neuen Nachbarn um rund ein Fünftel der Bewohnerschaft ergänzt wird war dabei nicht unerheblich“, so Off.

Geplante Nahversorgung überzeugte die Nachbarschaft

Informationen zum neuen, preiswerten Wohnraum und zur Schaffung einer guten Nahversorgung und Infrastruktur hätten aber den Großteil dieser Bedenken zerstreut. „Der Rewe-Markt, der hier entsteht, wird eine Verkaufsfläche von 1.900 Quadratmetern haben. Das ist fast das Doppelte der üblichen Fläche. Ergänzt wird dieses Angebot durch Shops und Geschäften des täglichen Bedarfs. Hier wird es eine Apotheke, einen Allgemeindiscounter, Gastronomie und auch einen Friseur geben“, sagt Off. Im nächsten dreiviertel Jahr werden noch Betreiber für sechs bis sieben Geschäfte gesucht. „Ein Blumenladen und eine Physiotherapie könnten dazu gehören“, erklärt der Projektentwickler.

Auch während der weiteren Bauphase werde man die Miet- und Betriebskosten für den kleinen NOE-Verbrauchermarkt übernehmen, damit die Nahversorgung mit Lebensmitteln auch für diesen Zeitraum gewährleistet bleibt. „Spätestens ab November 2019 soll dann der REWE eröffnen“, sagt Off, der nach diesem 127-Millionen-Euro-Projekt bereits den Bau von 330 weiteren Wohnungen an der Lichtenberger Rhinstraße in Zusammenarbeit mit der Gewobag plant. „Da gibt es aber noch Klärungsbedarf zum Baurecht“, räumt Off ein.

Datum 25.09.2018 Text und Foto: Redaktion / Stefan Bartylla