Integrationskonzept für die Quedlinburger Straße

Anwohner des Mierendorff-Kiezes sollen verstärkt in die Planung einbezogen werden.

Das zumindest fordert die CDU-Fraktion. Nun soll ein Integrationskonzept ausgearbeitet werden.

„Das komplette Erdgeschoss steht im Zeichen von Kommunikation und Integration. Die Flächen sollen zum Beispiel als Kieztreff und Café vermietet werden, als Treffunkt für den Austausch zwischen Bewohnern und Anwohnerschaft“. So kündigt die Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte mbH (WBM) die geplante Modulare Unterkunft für Flüchtlinge in der Quedlinburger Straße 45 an. Wie genau die Integration an dem Standort unweit des Mierendorffplatzes gelingen soll, steht aber noch nicht fest. Die CDU hat das Bezirksamt nun erneut aufgefordert, einen entsprechenden Plan auszuarbeiten.

Integration fördern

Noch ist von dem künftigen Wohngebäude für das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) nicht viel mehr als eine Baugrube zu sehen. Die Kiez-Anwohner aber haben laut CDU viele Ideen, wie sich der Bau und seine künftigen Bewohner in den Kiez integrieren könnten. „Die Anwohner freuen sich auf die neuen Nachbarn“, erklärt die stellvertretende Bezirksverordneten-Vorsteherin Judith Stückler (CDU). „Echte Integration kann aber nur gelingen, wenn auch Nachbarn in die Planungen einbezogen werden.“ Sie wünscht sich, dass in der Quedlinburger Straße eine gute Mischung entsteht. Jugendclubs und eine Kita könnten dazu beitragen. Sie regt zudem auch an, bauliche Änderungen zu erwägen, um von der blockähnlichen Bauweise wegzukommen und die Wohnsituation für die Flüchtlinge zu verbessern. Auch an der verkehrlichen Situation, die sich aus dem Neubau ergeben wird, wurde vorab von Anwohnern Kritik geübt.

Gute Mischung

Sie wurden immer wieder auch Sicherheitsbedenken laut. Zumindest diese versuchten Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann (SPD) und Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) bei einer Informationsveranstaltung im März bereits zu zerstreuen. Der Mierendorff-Kiez sei nicht in Gänze ein sozialer Brennpunkt, Angst vor einer Zunahme an Kriminalität sei auch angesichts der Tatsache, dass die künftige Bewohnermischung noch nicht bekannt ist, unbegründet. Die CDU will nun weiter für die Ausarbeitung eines Integrationsplans kämpfen. „Bei diesem Bauvorhaben ist guter Weitblick gefragt, den ich gerade noch vermisse“, erklärt Judith Stückler. In den Modularen Neubau sollen ab Ende 2020 rund 550 geflüchtete Menschen einziehen. Baustart wird voraussichtlich im zweiten Quartal des kommenden Jahres sein. Neben Wohnungen und einem Café sind auch der Einbau einer Kita mit Platz für 60 Kinder sowie der erwähnte Kieztreff geplant. Die Mietverträge zwischen dem LAF und der Wohnungsbaugesellschaft gelten für drei Jahre mit der Option einer zweimaligen Verlängerung um jeweils drei Jahre. Anschließend soll das Gebäude als Wohnhaus weitervermietet werden.

Datum: 28. September 2018, Text: Katja Reichgardt, Visualisierung: DMSW Architekten/Stefan Amann