In Kreuzberg knallt’s am meisten

Die gefährlichste Kreuzung der Stadt ist am Schlesischen Tor

Die gefährlichste Kreuzung der Stadt liegt in Kreuzberg: Am Knotenpunkt Schlesische/Skalitzer Straße hat es im Jahr 2017 stolze 424 Mal „gescheppert“. Das ist mehr als doppelt so viel wie an der Kreuzung mit den zweitmeisten Unfällen (192, am Ernst-Reuter-Platz, Charlottenburg). Insgesamt zeigt sich: Der Bezirk ist offenbar gefährlich – er kommt in der Top-Liste der Kreuzungen mit den meisten Unfällen häufiger vor als jeder andere Teil Berlins.

Die gute Nachricht für den traurigen Spitzenreiter: Es kam trotz der hohen Anzahl an Unfällen an dem komplizierten, unübersichtlichen und stark befahrenen Knotenpunkt nicht zu Todesfällen, und es gab nur wenige Verletzte: einen schwer- und acht leicht Verletzte. Dies und die weiteren Informationen zu den Unfallschwerpunkten gehen aus der Antwort einer parlamentarischen Anfrage des CDU-Abgeordneten Oliver Friederici hervor.

Unübersichtlich, verwinkelt, verstopft: Der Knotenpunkt am Schlesischen Tor

Kein Reißverschluss

Demnach sind Fehler beim Überholen die häufigste Ursache für Unfälle an dieser Stelle (158 Fälle), zum Beispiel mit zu wenig Abstand. Andere häufige Fehler sind auch falsche Fahrstreifenwechsel beim Nebeneinanderfahren sowie Nicht-Beachten des Reißverschlussverfahrens (130 Fälle) und zu wenig Abstand (108 Fälle). Die Unfallkommission der Verkehrslenkung hat sich mit dem Bereich Schlesische/Skalitzer Straße bereits näher befasst. Als Folge wurde bereits eine Litfaßsäule entfernt, welche die Sicht behindert hat. Aus Sicht der Kommission muss die Fahrbahn in Richtung Oberbaumbrücke außerdem breiter werden, damit dort zwei Fahrzeuge neben dem Radstreifen geradeaus fahren können. Im kommenden Jahr soll außerdem die Ampel umgebaut und die Schaltung verändert werden.

Zwei Grenzfälle

Der Bezirk hat allerdings noch andere Kreuzungsbereiche mit vielen Unfällen zu bieten. Auf Platz neun befindet sich das Kottbusser Tor. Dort wurden immerhin 132 Unfälle gezählt, bei denen zehn Menschen leicht und eine Person schwer verletzt wurden. Auch hier ist die Hauptursache fehlerhaftes Wechseln der Fahrstreifen oder Nichtbeachten des Reißverschlussverfahrens (59 Fälle). Zweithäufigste Ursache ist der ungenügende Sicherheitsabstand (52 Fälle). Das Frankfurter Tor ist ebenfalls nicht ungefährlich: Es steht mit 115 Unfällen und dabei vier Schwer- und 30 Leichtverletzten auf Platz 13 der Liste. Es folgt mit 112 Unfällen der Knotenpunkt Gneisenaustraße, Mehringdamm und Yorckstraße mit 112 Unfällen. Hier gab es einen Todesfall, vier Schwer- und 16 Leichtverletzte. Auf Platz 15 folgt auf dem Fuße die Kreuzung Mühlenstraße/Warschauer Straße/Stralauer Allee – hier gab es fünf Schwer- und 16 Leichtverletzte bei 109 Unfällen.

Noch ein Unfallschwerpunkt liegt an der Grenze zum Bezirk Mitte: Die Kreuzung Mollstraße/Otto-Braun-Straße, die an achter Stelle auf der Liste steht. Dort wurden 139 Unfälle gezählt – mit vier Schwer- und 19 Leichtverletzten. Hauptursache dort ist ungenügender Sicherheitsabstand (65 Fälle). Ebenfalls ein „Grenzfall“, diesmal in Richtung Neukölln: Kottbusser Damm/Urbanstraße/Sonnenallee, mit 105 Unfällen, zwei Schwerverletzten und 20 Leichtverletzten auf Platz 16.

Datum: 07.10.2018, Autor: red, Bilder: Thinkstock/iStock/GummyBone, imago/Olaf Wagner