Jugendarbeit in Kladow ist gerettet

Fachausschuss beschließt weitere Förderung des Chance e.V.

Manch einer mag erstaunt sein, aber auch im gutbürgerlichen Kladow gibt es großen Bedarf für Jugend- und Familienberatung. Der Chance e.V., der seinen Sitz im Jugendfreizeitheim Kladow (siehe Foto) hat, leistet hier seit Jahren einen wichtigen Beitrag.

Zum Beratungsangebot für Heranwachsende, Eltern und Alleinerziehende zählen klassische Jugendhilfe, aber auch Berufsorientierung oder Pflege. Zudem werden Selbstverteidigungskurse und andere Extras geboten. Einstimmig hat der Jugendhilfeausschuss jetzt entschieden, die Förderung des Angebots fortzusetzen, wenngleich mit 15.000 anstelle von 25.000 Euro pro Jahr.

Problem Randlage

„Ich freue mich, dass Chance e.V. gerettet werden konnte“, erklärt Janina Schneider, die jugendpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung. „In Kladow und Gatow setzt sich die Bevölkerung zu einem großen Teil aus jungen Familien zusammen. Die Beratungsstellen im zentralen Bereich des Bezirks liegen weit entfernt.“

Zeitweise habe die SPD ins Auge gefasst, die Förderung des Chance e.V. zu streichen, so Schneider. Auf Initiative der Grünen habe man sich darauf geeinigt, den Betrag lediglich zu reduzieren. Schneider: „Die Bezirksverordnetenversammlung hat vor einigen Jahren entschieden, die Arbeit freier Träger in Kladow zu fördern. Mit einer Streichung hätten wir diesen Beschluss gekippt.“

In seiner Sondersitzung hat der Jugendhilfeausschuss Fördermittel in einer Gesamthöhe von rund 2,3 Millionen Euro bewilligt, teilt Jugendstadtrat Stephan Machulik mit. Eingegangen waren Anträge mit einem Volumen von etwa 2,9 Millionen Euro. Im Bereich der Jugendarbeit erfolgt die Absicherung der standortgebundenen Angebote der Jugendeinrichtungen einschließlich der Wochenendöffnung. Die Jugendfreizeiteinrichtung CHiP77 am Jungfernheideweg werde gegenüber dem laufenden Jahr wieder verstärkt.

Mittel fehlen

In der Familienförderung werden die bezirklich geförderten Familienzentren strukturell gestärkt. Im Arbeitsbereich Jugendsozialarbeit wird die aufsuchende und hinausreichende Arbeit der drei Streetwork-Projekte in Heerstraße Nord, im Falkenhagener Feld und im Zentrum gestärkt. Machulik: „Inzwischen besteht eine Förderungslücke von etwa 600.000 Euro. In Anbetracht der steigenden Herausforderungen und der wachsenden Stadt benötigen die freien Träger zukünftig weitaus mehr Mittel. Es bleibt zu hoffen, dass mit der Einführung des Jugendfördergesetzes auch das Budget steigt.“ Bis dahin, so betonte der SPD-Politiker, sei Spandau mit der Förderung für das kommende Jahr allerdings auf einem guten Weg.

Datum: 21. Oktober 2018. Text: Redaktion. Bild: Chance e.V.