Chaos-Brücke auf zwei Spuren

Wuhletalbrücke – Engpass bleibt viele Jahre auf der B158 bestehen

Eigentlich ist es schon lange der Plan, dass der Verkehr auf der Bundesstraße 158 flüssig den nordöstlichsten Zipfel von Marzahn passieren kann. Als Endstück der Tangential-Verbindung Ost und auch als Zubringer von und zu Ahrensfelde hat die vierspurige Trasse eine wichtige Bedeutung für den Pendlerverkehr mit dem Brandenburger Umland.

Bis zu 22.000 Autos und Lastwagen passieren die Strecke hier täglich. Einen wichtigen Verteiler auf dieser Bundesstraße bietet die Wuhletalbrücke entlang der Märkischen Allee als Drehkreuz für den Verkehr in Richtung Hohenschönhausen, Hellersdorf und ins Berliner Zentrum.

Im Jahr 2017 tauchte diese rund 40 Meter lange Überführung das erste Mal in einer Senatsliste auf, die die Berliner Brücken mit den gravierendsten Schäden nannte. Anfang April veranlasste die Senatsverwaltung für Verkehr eine detailliertere Prüfung der Schäden an der zweiteiligen Brücke. Ergebnis: Die Überführung ist mindestens an ihrem östlichen Bauteil so sehr beschädigt, dass noch nicht einmal mehr eine Reparatur möglich ist. Eine Befahrbarkeit der gesperrten Teilbrücke könne damit nicht gewährleistet werden.

„Die eigentlich hier geplanten Instandsetzungsarbeiten werden daher nicht weiter verfolgt und Planungen für einen Ersatzneubau initiiert“, heißt es im Antwortpapier des Staatssekretärs Stefan Tidow auf eine Anfrage des Abgeordneten Kristian Ronneburg (Die Linke) im Berliner Abgeordntenhaus Damit bleibt der östliche Fahrbahnteil der Brücke weiterhin gesperrt und auf diesem Streckenteil stehen in Zukunft nur noch insgesamt zwei statt der vier Fahrstreifen für beide Fahrtrichtungen zur Verfügung. Sogar noch weitere Verkehrseinschränkungen auf der verbleibenden Brückenhälfte seien indes zu erwarten – für einen raschen Neubau der Brücke machen die Senatsprognosen indes noch weniger Hoffnungen.

Kaum Personal für Bearbeitungen

„Aufgrund der derzeitigen Situation auf dem Arbeitsmarkt konnten die erforderlichen Personalverstärkungen nicht im entsprechenden Umfang realisiert werden“, heißt es dazu im Senatspapier, das zumindest über den Beginn der europaweiten Ausschreibung für die Planungen der neuen Wuhletalbrücke informiert. Allein dafür sei aber mit einer mindestens zweijährigen Frist zu rechnen. Ein Baubeginn könne demnach nicht vor dem Jahr 2021 erwartet und eine realistische Bauzeit erst nach der Vorlage der Entwurfsunterlagen eingeschätzt werden. Alternativen gefragt. Angesichts der bevorstehenden Sperrungszeit und des groß angelegten Bauumfangs mahnt Ronneburg nun zu umfangreichen Alternativplanungen.

Neue Erkenntnis

„Dass keine Sanierung der Wuhletalbrücke mehr möglich ist, ist eine neue Erkenntnis. Es besteht die Gefahr, dass möglicherweise die gesamte Brücke gesperrt werden muss“, bilanziert der Abgeordnete das Ergebnis seiner Anfrage, Das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf, die BVG und die Senatsverwaltung müssten nun die Zeit nutzen, um ein Verkehrskonzept für den Marzahner Norden zu erarbeiten, das im Falle einer Sperrung der Brücke zum Tragen kommen könnte.

„Ungenügend vorbereitete Notfalllösungen sollten vermieden werden“, so Ronneburg, der auch eine Realisierung des Neubaus für eine S-Bahnstation Wuhletalstraße und eine Verlängerung von Straßenbahnlinien in Richtung Hohenschönhausen anregt.

 

24.10.2018, Bild und Text: Stefan Bartylla