Inklusiver Coworking-Space vom Bezirk ausgezeichnet

Tuechtig bekommt 5.000 Euro Preisgeld für Engagement.

Anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung hat das Bezirksamt Mitte das Projekt „Tuechtig“ mit dem Preis „Raum für Inklusion“ ausgezeichnet. „Die soziale Unternehmensphilosophie und die Umsetzung kreativer Einzelprojekte unter Einbeziehung unterschiedlichster Akteure machen das Tuechtig zu einem beispielgebenden Projekt für gelebte Inklusion im Arbeitsalltag“, heißt es unter anderem in der Begründung.

Flexibles Arbeiten

Das Abendblatt hat den besonderen Coworking-Space in der Oudenarder Straße bereits im Mai besucht und gesehen, wie hier Inklusion gelebt wird. Das Tuechtig ist ein Projekt der gemeinnützigen Organisation Kopf, Hand + Fuss, die sich für die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung einsetzt und verschiedene inklusive (Bildungs-) Projekte anstößt und fördert. In dem barrierefreien Gemeinschaftsbüro können Menschen mit und ohne Behinderung Arbeitsplätze anmieten und im Sinne des „Design for all“ an ihre individuellen Bedürfnisse anpassen. Das heißt auch, dass es verstellbare Tische und Stühle gibt. Darüber hinaus finden in den Räumlichkeiten regelmäßig Veranstaltungen, Kulturprojekte sowie die Kurse zur Ausbildung von Inklusions-Beratern statt.

Das Coworking-Büro heißt jeden willkommen: Menschen mit und ohne Behinderung können hier arbeiten, konferieren und voneinander lernen. Die Idee dazu schwirrte schon lange im Kopf der Gründerin, Stefanie Trzecinski, herum. Im vergangenen Jahr öffnete das inklusive Gemeinschaftsbüro dann seine Türen für alle Interessierten. „Wir haben gemerkt, dass es für viele Menschen mit Behinderung keinen Ort gibt, an dem sie barrierefrei arbeiten können. Dabei ist Inklusion gerade ein großes Thema“, so Trzecinski. Im Tuechtig wird darum kein großes Aufheben gemacht. Inklusion wird hier gelebt, Anderssein ist normal. Das Konzept wurde nun auch vom Bezirk ausgezeichnet. „Das Engagement aller Projektbeteiligten sowie die bisherigen Leistungen sind ein richtiges und zeitgemäßes Signal für ein gleichberechtigtes Miteinander und verdienen nach Ansicht der Bezirksverwaltung eine besondere Würdigung“. Die Auszeichnung „Raum für Inklusion“ ist mit 5.000 Euro dotiert. Von dem Preisgeld will Kopf, Hand + Fuss in Kooperation mit dem Unternehmen „Figures CC“ variable Tastmodelle für das Tuechtig entwickeln.

Datum: 20. Dezember 2018, Text: Redaktion, Bild: Katja Reichgardt