Hör-Geschichten an den Seeufern

Audioguide begleitet den Rundgang am Ober- und Orankesee.

Sowjetisches Sperrgebiet, Wohngebiet der Stasi, das Mies van der Rohe Haus, ein Wassertum und ein Park voller Kunst – all das Wissen in der geschichtsträchtigen Region um den Obersee und Orankesee ist in Form eines Audiorundgangs direkt vor Ort in Alt-Hohenschönhausen öffentlich zugänglich. 20 Hörstationen informieren die Besucher im Park und online über Geschichte und Geschichten im Obersee-Orankesee-Park. An Parkbänken, neben Kunstobjekten und an Bauwerken befinden sich Hinweisschilder mit QR-Codes, die direkt zu den Hörstationen führen. Neben den Audiofiles bietet dazu auch die Website www.hoerenschoenhausen.de ausführliche weiterführende Texte und Links sowie viele historische und aktuelle Fotos.

„Hörenschönhausen“ ist der erste öffentlich zugänglich Audiorundgang dieser Form in Lichtenberg. Der historische Bogen, den die Beiträge behandeln, spannt sich vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart: Die Hörstationen erzählen von der Gründung des Parks, über die Nutzung des Wasserturms, den Bau des Strandbades, die Zeit der sowjetischen Besatzung, über das frühere Wohngebiet der Stasi, über die Träume nach der Wende, die Umgestaltung des Parks sowie die Sanierung der Seen.

Neben historischen Texten informiert der Rundgang über die Kunstwerke im Park, mit überraschenden Informationen zu ihren Schöpfern und sogar über ein Happy-End nach einem Kriminalfall. Das „hörenschönhausen“-Team, bestehend aus Bärbel Ruben, Elke Weihusen und Nikola John vom Förderverein Obersee & Orankesee, hat das Projekt konzipiert und durchgeführt. Unterstützt wurden sie dabei von externen Autoren und vielen Partnern. Das Projekt wurde mit 14.500 Euro von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa des Landes Berlin gefördert. Das Team selbst hat vom Zeitpunkt der Planung bis heute rund 800 Arbeitsstunden ehrenamtlich dafür eingebracht.

Mit einfacher Bedienung

Neben dem hörenschönhausen-Team haben Angelika Reichmuth, Bettina Grotewohl, Peter Erler, Hans-Michael Schulze, Alicja Berger sowie Dr. Wita Noack und Andreas Otto Texte für die Hörstationen geschrieben. Die Nutzung ist ganz einfach und man braucht nur ein eigenes Smartphone mit einer frei downloadbaren QR-Code-App sowie ein passsendes Paar Kopfhörer und Spaß an Geschichte. Wer dann die einzelnen Stationen abgeht und den Code einscannt, erfährt die Geschichten zur Geschichte am See und im umgebenden Viertel. Lichtenbergs Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Die Linke), der gemeinsam mit dem Förderverein Obersee & Orankesee den Rundgang „hörenschönhausen“ Mitte Dezember eröffnete zeigte sich begeistert von den neuen Möglichkeiten am Ober- und Orankesee. „Ich freue mich, dass sich im Förderverein eine aktive Bürgerschaft für ein positives Miteinander engagiert. Dieses neue Projekt erleichtert den Besuchern des Parks den Zugang zur Geschichte. Und angesichts der Stimmung in Europa ist es wichtig, sich neben den schönen Seiten auch mit den dunklen Kapiteln zu befassen“, lautet seine Empfehlung, einmal nach Alt-Hohenschönhausen zu kommen und den Hörrundgang rund um die Seen einmal mitzumachen.

Datum 21. Dezember 2018: Text: Red/ Stefan Bartylla, Bild Bezuikrsamt Lichtenberg