Damwild darf bleiben

Schonfrist bis zur Einwohnerversammlung.

Seit ungefähr 90 Jahren gibt es im Franckepark, hinter dem Rathaus Tempelhof, ein Damwild-Gehege. Elf Tiere leben dort. Bis zur vergangenen Woche sollte die Herde ins Glauer Tal nach Brandenburg umziehen. Nun kippelt diese Entscheidung. Denn in der jüngsten Sitzung der Bezirksverordneten (BVV) wurde ein Antrag beschlossen, der das Bezirksamt verpflichtet, keine Fakten zu schaffen und die Tiere solange im Damwildgehege zu belassen, bis sich das Bezirksamt in einer Einwohnerversammlung Anfang 2019 den Bürgern stellt. Die Einwohnerversammlung wird vom Vorsteher der BVV einberufen, da ein entsprechender Antrag aus der Bevölkerung die Unterstützung von mehr als einem Drittel der Bezirksverordneten erhalten hat.

Schlechte Bedingungen

„Wir begrüßen, dass nun endlich auch die Anwohnerschaft mit in diesen Entscheidungsprozess eingebunden wird“, erklärt der CDU-Fraktionsvorsitzende Matthias Steuckardt. „Ohne unseren Druck auf das Bezirksamt wäre das Gehege bereits klammheimlich plattgemacht worden“, ist sich Steuckardt sicher.

Im Frühjahr wurde der Bevölkerung im Rahmen einer Informationsveranstaltung angekündigt, dass Veränderungen im Franckepark anstehen, die im Jahr 2021 das Ende des Damwildgeheges bedeuten könnten. Danach führte das von der Umwelt-Stadträtin Christiane Heiß (Die Grünen) geführte Grünflächenamt eine Tiefenprüfung durch. Eigentlich wollte sie die Tiere noch in diesem Jahr umsiedeln. Grund dafür seien die schlechten Haltungsbedingungen für die Herde im Franckepark. 8.000 Quadratmeter für elf Tiere – ein unhaltbarer Zustand, der keine Rückzugsräume biete.

Dauerhaft sichern?

Nicht durchsetzen konnte sich die CDU-Fraktion mit ihrem Antrag, dass der Bezirk das Gehege dauerhaft sichert und zu diesem Zwecke Verbesserungen vornimmt und eventuell einen Kooperationspartner für die Pflege der Tiere und des Geländes sucht. „Das Bezirksamt hat bislang leider immer nur erklärt, was alles nicht geht, anstatt aufzuzeigen, was alles nötig wäre, um den Fortbestand zu sichern. Andere Bezirke wie Neukölln mit dem Tierpark Neukölln und Mitte mit den Tiergehegen in den Rehbergen sind viel engagierter vorgegangen, um die einst nicht optimalen Bedingungen wieder zu verbessern,“ bedauert der CDU-Verordnete Christian Zander. Die SPD-Fraktion möchte das Gehege nur erhalten, wenn sich die Haltungsbedingungen für die schönen Tiere artgerecht verbessern lassen.

Datum: 26. Dezember 2018, Autor:red, Bild: Thinkstock/iStock/kiwibaum