Schülerclub soll Klassenräumen weichen

Verein und Schüler hoffen auf positive Entscheidung für den Hebel-Club noch im Januar.

Seit 24 Jahren gibt es den Hebel-Club in einem Nebengebäude der Johann-Peter-Hebel-Schule. Jahrelang war er der einzige im Bezirk. Nun droht dem Jugendclub das Aus. In einer Jugendhilfeausschuss-Sitzung Ende November wurde ein entsprechender Beschlussvorschlag, unterzeichnet von Bezirksstadträtin Heike Schmitt-Schmelz, eingereicht. Darin heißt es unter anderem, dass der Leistungsvertrag mit dem Hebel-Club nur noch bis Ende Juni 2019 abgeschlossen werden soll. Ab Juli solle die „Jugendarbeit an einem anderen Standort angeboten werden“. Grund sei die hohe Anmeldezahl für das Schuljahr 2019/2020, für die es in der Schule derzeit nicht genügend Platz gebe. „Dazu wird der Raum, der zurzeit für den Schülerclub zur Verfügung gestellt wird, zu Unterrichtszwecken herangezogen. Andere Raumressourcen bestehen an der Schule nicht“, so die Erklärung. Für die Leiter und Besucher des Clubs kam die Ankündigung überraschend. Schnell initiierten sie Unterschriftensammlungen für den Erhalt ihres Jugendtreffs. So kamen schnell mehr als 400 Unterschriften zusammen, davon 166 von Kindern, die das Angebot des Jugendclubs nutzen.

Keine Option

„Eine Standortverlagerung würde die seit Jahren an der Hebelschule aufgebaute gute Arbeit für die Jugend zerstören“, erklärt der Vorstand des Hebel-Clubs. „In unseren Augen ist die Begründung im Antrag an den Jugendhilfeausschuss nicht nachvollziehbar. Die Schule hat aktuell 23 Klassen, sie hat bereits in den vergangenen Jahren hin und wieder mit 24 Klassen ohne zusätzlichen Raumbedarf an unserem Schülerclubraum gut arbeiten können.“ Der Club leiste seit Jahrzehnten wichtige Arbeit im Bereich der außerschulischen Bildung. Bis zu 60 Kinder nutzen das soziale, sportliche oder technische Programm des Treffs täglich – auch nach Schulschluss.

Wichtige Jugendarbeit

Dass Jugendarbeit enorm wichtig ist, betont auch Bildungsstadträtin Schmitt-Schmelz (SPD). Die steigenden Schülerzahlen aber machen ein Ende des Vertrags mit dem Jugendclub unumgänglich. Das Angebot solle aber an anderer Stelle weitergeführt werden. Für den Förderverein ist ein Umzug keine Option, das Konzept lasse sich nicht so einfach übertragen. Die Mitglieder hoffen nun auf eine positive Wende für ihr Projekt, das noch einmal in der Jugendhilfe-Sitzung am 15. Januar Thema sein wird. „Es sind in beiden Ausschüssen noch einige Fragen offen geblieben, so dass sich die Ausschussmitglieder noch Zeit nehmen möchten, sich zu informieren“, so der Vorstand. Unterstützt werden sie dabei auch von der Schulleitung, die die „wertvolle Arbeit“ des Schülerclubs weiterhin fördern möchte. Auch im Schulprogramm ist die Bedeutung der Einrichtung festgehalten: „Der Club trägt entscheidend zur Außenwahrnehmung der Schule in unserem Bezirk bei und ist zum festen Bestandteil und zur Schnittstelle von Schule und Jugendarbeit geworden.

Datum: 12. Januar 2019, Text: Katja Reichgardt, Bild: Thinkstock/iStock/recep-bg