Friedrichshain: Warnung vor Kinderfänger

Kinder rund um die Modersohn-Grundschule werden von Unbekannten angesprochen und zum Mitgehen animiert.

Wer morgens rund um die Modersohn-Grundschule in Friedrichshain unterwegs ist, dem fällt auf: Es wimmelt von Kindern. Sie werden zur Schule, in die Kita, zur Tagesmutter gebracht, toben auf dem Schulhof oder auf Spielplätzen. Unter den Eltern aus dem Kiez rund um die Schule besteht derzeit jedoch große Sorge. Im Dezember sei es rund um die Schule zu einigen Fällen gekommen, bei denen Kinder von Unbekannten angesprochen und dazu animiert worden, mit ihnen zu gehen. In einem Brief warnte Rektor Michael Eichel jetzt die Eltern.

Teilweise sei den Kindern der Schulweg versperrt, inszenierte Gespräche geführt (Welpen ansehen) und auch Druck ausgeübt worden, teilt Eichel den Eltern in einem Brief mit, der der Abendblatt-Redaktion vorliegt. Die betroffenen Kinder haben in den jeweiligen Situationen jedoch überlegt reagiert und gehandelt. Es könne jedoch nicht vorausgesetzt werden, dass die Reaktionen anderer Kinder vergleichbar günstig ausfallen. Im Unterricht haben Belehrungen stattgefunden. “Das gesamte schulische Personal ist informiert und bemüht sich um einen sicheren und strukturierten Schulalltag“, heißt es in dem Brief.

Die Polizei ist informiert und hat ihre Streife rund um die Schule verstärkt. Wer auffällige Personen bemerkt, wird gebeten, sich umgehend an den Polizeiabschnitt 51 zu wenden. Die Vorfälle wurden Medienberichten zufolge von der Polizei bestätigt. Konkret seien es drei Vorfälle gewesen, bei denen Jungen angesprochen worden.

Michael Eichel bittet Eltern schließlich darum, die Kinder zur Schule zu begleiten oder den Weg zur Schule und nach Hause in kleinen Gruppen zu organisieren. Auch in umliegenden Schulen und Kindertagesstätten werde über das Thema gesprochen und belehrt. „Wir bitten Sie darum, aufmerksam zu sein und ebenfalls mit Ihrem Kind offen darüber zu sprechen und es so zu stärken“, so der Rektor abschließend.

Datum: 16. Januar 2019, Autor: Sara Klinke, Bild: Thinkstock/iStock/VYCHEGZHANNA