SPD kritisiert Service-Wüste in Wittenau

Die Deutsche Post wird zum Umdenken aufgefordert.

Die SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung malt ein düsteres Bild vom Dienstleistungsangebot in Wittenau. Bürger müssten immer längere Wege zurücklegen, um auf den Service der Post und von Banken zurückzugreifen zu können. „Diese Service-Wüste ist für die SPD-Fraktion nicht mehr hinnehmbar“, sagt der Fraktionsvorsitzende Marco Käber.

Vorbild Borsigwalde

In den letzten Monaten hätten sich beinah sämtliche Banken aus Wittenau zurückgezogen, also nicht nur die Postbank, sondern auch die Volksbank, die Commerzbank, die Sparkasse und auch die Deutsche Bank, berichtet er. Nun hat auch die alte Postfiliale in der Oranienburger Straße, die es dort immerhin seit dem Jahr 1928 gegeben hat, geschlossen. Käber: „Damit wird ein ganzer Ortsteil zur Post- und Servicewüste, wie es schon vor etwa zehn Jahren im benachbarten Borsigwalde zu beobachten war, zumal sich die Möglichkeiten einer Kopplung der Post an die restliche Infrastruktur durch das Aussterben von Geschäften ohnehin verschlechtert.“

Besonders für Ältere und in ihrer Mobilität eingeschränkte Leute sei der Verweis der Post, sich doch auf den Weg ins Märkische Viertel zu machen, eine unerträgliche Zumutung. Die SPD-Fraktion sucht einen Ausweg aus der Misere und empfiehlt dem Bezirksamt daher, sich dafür einzusetzen, dass neben der nun „hastig aufgebauten Postagentur im Sozialkaufhaus“ in der Roedernallee Lösungen für weitere Standorte, beispielsweise in Supermärkten, gefunden werden. „Damit sollen auch chaotische Szenen und lange Schlagen, die zuletzt immer häufiger zu beobachten waren, vermieden werden.“

Als eine „besondere Frechheit“ bezeichnet er darüber hinaus die Servicequalität der Post AG bezüglich ihres Briefmarkenautomaten in der Roedernallee. Dieser sei bei den Bürgern dafür bekannt, über Monate lediglich eine Störungsanzeige anzubieten. Die Post solle einen der größten Reinickendorfer Ortsteile „nicht einfach vergessen“.

Datum: 20. Januar 2019. Text: Redaktion. Bild: Bodo Kubrak/WikimediaCommons