Eierhäuschen wird erst 2021 fertig

Sanierung am historischen Ausflugslokal doch erst 2021 ferti.

Vertreter vom Senat, aus dem Bezirk und der Nachbarschaft sind sich einig: Die Sanierung und Wiedereröffnung des Spreeparks ist eine riesige Herausforderung für Politiker, Planer und zukünftige Betreiber. Als ein außerordentlich wichtiges Detail bei den Arbeiten auf dem rund 30 Hektar großen Gelände gilt die Wiederherstellung des zum Spreepark-Ensemble gehörenden Eierhäuschens. Das historische Ausflugslokal mit einer Geschichte, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht, ist seit Anfang der 2000er-Jahre geschlossen und muss dringend saniert werden. Eine schnelle Lösung muss her, denn der Verfall am denkmalgeschützten Gebäude schreitet dramatisch voran: „Vor allem das an vielen Stellen undichte Dach stellt derzeit die größte Gefährdung für den Bestand dar“, antwortet Stefan Tidow (B’90/Die Grünen), Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, in einem Schreiben auf die Schriftliche Anfrage der Abgeordneten Katalin Gennburg (Die Linke). Damit keine Feuchtigkeit mehr in das Gebäude eindringen kann, wurde ein Wetterschutzdach über dem Haus errichtet.

Wichtiger Startpunkt noch nicht gefunden

„Das Eierhäuschen ist ein historischer Anker des Spreeparks. An den Erhalt des Baudenkmals knüpfen sich deshalb zu Recht Erwartungen“, äußert sich Katalin Gennburg zu den bevorstehenden Baumaßnahmen. Diesem Sehnsuchtsort müsse endlich neues Leben eingehaucht werden. Die Sanierung des Eierhäuschens sei die Nagelprobe für das, was der Senat zukünftig im Kulturpark insgesamt abbilden möchte. Und davon ist noch nicht viel umgesetzt. Eigentlich sollte 2014 ein Nutzungskonzept gefunden werden und die Arbeiten bald danach starten. 2015 hatte der Senat zehn Millionen Euro „für Investitionen auf dem Gelände des Spreeparks und hier insbesondere für die Sanierung des Eierhäuschens“ bereitgestellt. In der Folge begann die landeseigene Grün Berlin GmbH mit konkreten Planungen und ersten Arbeiten.

Überraschende Verzögerung bis 2021

Im zweiten Quartal 2018 sollte die bauliche Sanierung eigentlich abgeschlossen sein und mit der Wiedereröffnung als Residenz für Künstler dienen. Bis auf die Installation des Schutzdaches passierte jedoch nicht viel. Der aktuelle Rahmenplan besagt, dass das Eierhäuschen mit Gastronomie, Biergarten sowie den Unterkünften für Künstler erst im Jahr 2021 fertig gestellt werden soll. Eine Verzögerung, die Katalin Gennburg überrascht. „Zu lange warten wir schon auf die Sanierungsarbeiten des Eierhäuschen. Der veränderte Ablauf- und Zeitplan zur Sanierung hätte dringend von der Grün Berlin GmbH mitgeteilt werden müssen“, sagt sie.
Schonende Umsetzung. Ein weiteres diskussionswürdiges Detail verbirgt sich in dem von Staatssekretär Tidow aufgesetzten Senatspapier zum Thema verkehrliche Erschließung. Dort ist der von vielen Nachbarn befürchtete Ausbau des Dammweges beschrieben. Nötig sei die schonende Umsetzung des Ausbaus, um den Lieferverkehr und Zufahrten für Rettungsfahrzeuge zu gewährleisten. Anwohner rechnen hingegen damit, dass mit einem ausgebauten Dammweg zahlreiche Besucher per PKW hierher kommen und das umliegende Gelände mit Fahrzeugen zuparken. „Grundsätzlich spreche ich mich für eine Öffnung des Spreeparks als Begegnung- und Produktionsort aus, ohne den Dammweg inmitten des Landschaftsschutzgebietes zusätzlich zu verbreitern“, sagt Katalin Gennburg zu diesem Punkt ihrer schriftlichen Anfrage. Der Park selbst solle dabei für alle öffentlich zugänglich bleiben.

 

Datum: 22. Januar 2019, Text: Redaktion, Bild: Büro Gennburg