Stasi-Terror im Haus am Kleistpark

Das ehemalige Stasi-Gefängnis ist Inhalt der neuen Foto-Ausstellung von Ruth Stoltenberg.

Ab sofort und noch bis zum 24. März werden im Projektraum des Hauses am Kleistpark, Grunewaldstraße 6-7, die fotografischen Arbeiten von Ruth Stoltenberg zum Thema „Untersuchungshaftanstalt, Haftkrankenhaus Berlin-Hohenschönhausen“ ausgestellt. Das Haus ist dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Die Fotografien Ruth Stoltenbergs zeigen das ehemalige Gefängnis der Staatssicherheit in Hohenschönhausen und das dazugehörige Haftkrankenhaus aus einem persönlichen Blickwinkel. Diese beiden Orte des Terrors und der Gewalt sowie intensive Gespräche mit ehemals inhaftierten Zeitzeugen haben die Fotografin so tief bewegt, dass sich daraus eine sensible fotografische Arbeit entwickelt hat. Stoltenberg lässt in ihren Aufnahmen Räume und Objekte von dem Grauen sprechen, welches an diesen Orten stattgefunden hat. Fotografien von Stühlen ziehen sich wie ein roter Faden durch die gesamte Arbeit und erinnern an die ursprüngliche Bestimmung dieses Gefängnisses: Verhöre und „Geständnisse“, Machtdemonstration und Willenbrechung. Stoltenberg zeigt die Stühle, auf denen die Gefangenen saßen. Immer im gleichen Zimmer, mit dem gleichen Vernehmer, für die gesamte Dauer der U-Haft. Die Unterschiedlichkeit der buntgemusterten Stühle vor ebensolchen Wänden steht nur vermeintlich im Widerspruch zu den Verhörmethoden: Die Stasi versuchte so, einen wohnlichen Charakter herzustellen, um die Häftlinge gesprächsfreudiger zu stimmen. Weitere Infos zur Ausstellung finden sich hier.

Datum: 23. Januar 2019, Autor: red, Bild: Ruth Stoltenberg