Viel Zuspruch im Bezirk für die Autobahn-Bebauung

Deckel auf der A 100 soll mehr Platz und bessere Luft für die City West bringen.

An der Schlangenbader Straße lässt sich bereits beobachten, wie ein Deckel auf der Autobahn genutzt werden kann. Hier ist ein Teil der Stadtautobahn mit Wohnungen überbaut. Geht es nach der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus dann soll auch der Abschnitt zwischen den Brücken Neue Kantstraße und Knobelsdorffstraße mit einem solchen Deckel geschlossen werden.

Viele Vorteile

Dadurch würden nicht nur die Wohnquartiere links und rechts wieder miteinander verbunden, auch die Luftqualität in der City West soll verbessert werden. Die Neugestaltung der A 100, inklusive Neubau der Rudolf-Wissell-Brücke und dem Umbau des Dreiecks Funkturm, beschäftigte nun auch die Fraktionen der Bezirksverordnetenversammlung (BVV), die sich bei dem Thema ungewohnt einig sind. So fordern alle ein zukunftsfähiges Konzept für die Stadtautobahn, das eben auch eine Überbauung umfasst. „Die Stadtautobahn von morgen darf nicht länger unseren Bezirk zerschneiden und tausende von Anwohnern mit Lärm, Stickoxiden und Feinstaub belasten“, erklärt Martin Burth von der SPD. Stattdessen soll die neue Stadtautobahn zwischen Dreieck Charlottenburg und Rathenauplatz soweit wie möglich in einem Tunnel geführt werden, über dem neue grüne Verbindungen zwischen den Stadtteilen, aber auch Infrastruktur, wie Kitas, Senioreneinrichtungen und Radwege entstehen. Auch der Bau von Wohnhäusern sei an einigen Stellen möglich. Sich nur auf die Deckelung der Autobahn zu fokussieren, löse die Verkehrsprobleme im Westen aber nicht. So wollen die Parteien auch den Neubau der Rudolf-Wissell-Brücke den Anforderungen der Zukunft anpassen. Jenny Wieland von den Grünen plädiert deshalb dafür, die Autobahn- und Bahntrassen der stark frequentierten Brücke „übereinander statt nebeneinander“ zu führen.

Stadtverträglich bauen

„Im Zuge des Neubaus der Rudolf-Wissell-Brücke ist auch darauf zu achten, dass der Anschluss beziehungsweise die Einfädelung der Siemensbahn an die Ringbahn am S-Bahnhof Jungfernheide nicht blockiert wird“, wirft Felix M. Recke von der FDP-Fraktion in die Diskussion ein.

Datum: 27. Januar 2019, Text: Katja Reichgardt, Bild: imago/Joko