Hermsdorfer erhöhen Druck wegen Blechlawine

Bezirksamt kündigt Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit an.

Schon seit längerer Zeit ärgern sich viele Menschen im Waldseeviertel über die zunehmende Verkehrsbelastung. Sie wünschen sich., dass die Verwaltung endlich etwas dagegen unternimmt, dass Autos von der stauträchtigen Bundesstraße 96 auf die Wohnstraßen ausweichen und dort für Gefährdungen und Verkehrsbehinderungen sorgen. Jetzt erhöht eine Gruppe von Anwohnern den Druck auf Bezirksstadträtin Katrin Schultze-Berndt.

Überlastete Straßen

„Aufgrund der systematisch falschen Verkehrslenkung ist es nur noch eine Frage der Zeit, wann ein Mensch im Waldseeviertel durch ein ortsfremdes Kraftfahrzeug schwer verletzt wird oder gar stirbt“, heißt es in einem Schreiben an Schultze-Berndt und Bezirksbürgermeister Frank Balzer (beide CDU). Sowohl das Verkehrsgutachten der Anwohner als auch die amtlichen Erhebungen der Gemeinde Glienicke/Nordbahn sowie des Bezirks hätten unzweifelhaft gezeigt, dass die kleinen Wohnstraßen vollkommen überlastet seien.

Zwei Drittel des Pendlerverkehrs zwischen Glienicke/Nordbahn und Reinickendorf fahre durch das Wohngebiet in Hermsdorf, nur ein Drittel nutze die Hauptverkehrsstraßen In den Stoßzeiten könnten Fußgänger, insbesondere Kinder und ältere Mitbürger, wegen der vielen Autokolonnen kaum die Straße überqueren, Radfahrer würden geschnitten „Das Bezirksamt kommt nicht zu Potte“, schreiben die Anwohner.

Weniger Tempo

Dem widerspricht Schultze-Berndt. Für mehr Schulwegsicherheit werden demnächst die Piktogramme erneuert. Außerdem werden die Parkstreifen abmarkiert. Am Abzweig Schildower Straße/Hermsdorfer Straße wird eine Verkehrsinsel gebaut. „Das wird dafür sorgen, dass der Verkehr an Tempo verliert und niemand die Gegenfahrbahn schneidet.“ In Höhe des Waldsees wird ein Fußgängerüberweg geprüft. Um die Straße unattraktiver zu machen, werden weitere Fahrbahnverengungen durchdacht.

Zudem habe der Bezirk den Senat gebeten, am Eingang der Schildower Straßen die Errichtung einer Ampelanlage zu erwägen. „Für eine Tempo-30-Zone wäre dies ein Modellprojekt“, so Schultze-Berndt. Der Bezirk werde in Kürze eine eigene Verkehrszählung durchführen. Die Verkehrslenkung sei hingegen Sache des Landes Berlin.

Datum: 3. Februar 2019. Text: Nils Michaelis. Bild: Thinkstock/iStock/Chris Mueller