Mehr Qualität für Pankows Grün

Architekturbüro erstellt landschaftliches Rahmenkonzept

Pankow ist der bevölkerungsreichste Bezirk in Berlin. Laut einer Prognose steigt die Einwohnerzahl zwischen 2015 und 2030 um 16 Prozent, also fast doppelt so stark wie in der Hauptstadt insgesamt (etwa 8,5 Prozent). Um den neuen Wohnraum-Bedarf zu decken, müssen zusätzliche Flächen in Anspruch genommen werden, etwa bestehende Grün- und Freiflächen. Welche es im westlichen Teil Pankows zu schützen gilt, präsentierte das vom Umwelt- und Naturschutzamt beauftragte Landschaftsarchitekurbüro „gruppe F“ in einem landschaftsplanerischen Rahmenkonzept kürzlich im Rathaus.

Rund 40 Bürger folgten der Einladung zur Informationsveranstaltung, die Stadtrat Daniel Krüger (AfD), zuständig für die Abteilung Umwelt und öffentliche Ordnung, eröffnete: „Dieses Konzept ist notwendig, um die Lebensqualität der Bewohner unseres Bezirks auch für die Zukunft zu sichern und zu stärken.“

Drei Beteiligungswerkstätten

Bereits im Mai 2018 wurden mithilfe der Bevölkerung Anregungen und Ideen für die vier Ortsteile Niederschönhausen, Französisch Buchholz, Rosenthal und Wilhelmsruh in drei Beteiligungswerkstätten gesammelt. „Wir haben insgesamt 28 Quadratkilometer unter die Lupe genommen, alle Grünanlagen dabei nach Stärken und Schwächen klassifiziert“, erklärte Dennis Born vom Architekturbüro.

Im Mittelpunkt der Untersuchung stand vor allem die Qualität der Erholungs- und Aufenthaltsflächen und wie man diese aufwerten kann. „Berlin hat einen Grün-Richtwert, der bestimmt, dass jedem Bürger in der Luftlinie von 500 Metern sechs Quadratmeter zustehen“, führte Born aus. Erfasste Wünsche der Bürger waren zum Beispiel der Ausbau eines Radwegs entlang des Nordgrabens, Barrierefreiheit im Schlosspark und der Schönholzer Heide in Niederschönhausen, die ungenutzte Fläche auf den Nordend-Friedhöfen weiter zu entwickeln und den einst herrschaftlichen Viktoriapark vom heutigen Waldcharakter zu befreien.

Rege Diskussion

Das Rahmenkonzept weist insgesamt zwölf Flächen mit Maßnahmen und Zielsetzungen aus, die von Josephine Lemke (gruppe F) vorgestellt wurden. Einen großen Redebedarf gab es beim Thema landschaftlicher Pflege allgemein, das am Beispiel des Dorfangers in Rosenthal rege diskutiert wurde. Angesichts des vernachlässigten, historischen Ortes brach sich beim ein oder anderen Bürger Unmut Bahn. Denn die Pflege dessen werde heute größtenteils vom Bürgerverein gestemmt, wie sich ein Mitglied zu Wort meldete. Eine weitere Anwohnerin kritisierte die Verantwortlichen, das Stadtbild zu vernachlässigen.

Diesem Vorwurf versuchte Maria Moorfeld, Leiterin des Umwelt- und Naturschutzamtes, entgegenzusteuern und verwies auf den finanziellen und personellen Ressourcenmangel der vergangenen Jahre. Schließlich nahm man den Vorschlag der Anwesenden auf, engagierte Einwohner für das geplante Pflege- und Entwicklungskonzept miteinzubeziehen. Das vorgestellte Rahmenkonzept steht online zum Download bereit.

Datum: 02. Februar 2019 Text: Karin Reimold Bild: imago/Jürgen Ritter