Paracelsus-Bad wird zur Millionen-Baustelle

Denkmalgeschützte Anlage wird modernisiert und für zwei Jahre gesperrt.

Voraussichtlich ab kommenden Juni wird das Paracelsus-Bad für zwei Jahre gesperrt. Dann beginnt die Modernisierung der im Jahr 1960 eröffneten und unter Denkmalschutz stehenden Anlage. Die Kosten für die „umfangreiche bauliche und technische Instandsetzung“ schätzen die Berliner Betriebe (BBB) auf gut acht Millionen Euro. Das Vorhaben zählt zu den drei größten Bad-Sanierungsprojekten, die im laufenden Jahr starten. Im Stadtbad Märkisches Viertel beginnen Ende April Bauarbeiten, um die raumlufttechnischen Anlagen und die Sprunganlage instand zu setzen. Das Bad soll Ende August wieder öffnen.

Rücklage gebildet

Rund 60 Millionen Euro sollen in den kommenden drei Jahren in die Sanierung und Modernisierung der Berliner Bäder fließen. Möglich geworden sind diese Bauarbeiten nicht zuletzt dank der Unterstützung durch das Berliner Abgeordnetenhaus. Das Parlament hatte den BBB im aktuellen Nachtragshaushalt mehr Geld zur Verfügung gestellt. Außerdem hat das Parlament kurz vor Ende des vergangenen Jahres eine Rücklage zugunsten des Eigenkapitals des Landesunternehmens gebildet. „Beides stellt ein wichtiges Bekenntnis des Abgeordnetenhauses für die Bäder dar“, erklärt Sport-Staatssekretär Aleksander Dzembritzki (SPD), „und ich freue mich, dass die BBB nun zügig und umfassend investieren.“

Neben dem Paracelsus-Bad profitieren von diesen Investitionen vor allem zwei große Projekte, die in diesem Jahr begonnen werden. Laut aktuellen Planungen starten im Juni die Bauarbeiten im Stadtbad Tiergarten. Auch dieses Bad wird umfassend modernisiert. Im Spätherbst beginnen die Arbeiten am aufwendigsten Projekt, der Komplettsanierung des Wellenbads am Spreewaldplatz in Kreuzberg. Auch diese beiden Bäder bleiben für bis zu zweieinhalb Jahre geschlossen. „Die Bauarbeiten sind gute Nachrichten für die Bäder“, erläutert Andreas Scholz-Fleischmann, Vorstandsvorsitzender der BBB, „da wir endlich wieder umfassend investieren können.“ Gleichzeitig bittet er um Verständnis für mögliche Einschränkungen beim Angebot: „Den Ausfall von drei stark frequentierten Bädern werden wir so gut es geht, auszugleichen versuchen.“

Größer geplant

Der Handlungsbedarf ist nach wie vor groß: Mit schätzungsweise 170 Millionen Euro beziffern die BBB den Investitionsstau für die Anlagen in ihrem Eigentum. 60 Millionen Euro stehen den Angaben zufolge für die beiden Neubauten in Mariendorf und Pankow zur Verfügung. „Bei diesen beiden Projekten hat das Parlament bereits signalisiert, mehr Geld zu investieren, um die Standorte größer zu planen“, lassen die BBB wissen. In Pankow könnte in diesem Fall eine zusätzliche Schwimmhalle mit einem 25-Meter-Becken entstehen, in Mariendorf ein großes Ganzjahresaußenbecken, damit das dort jetzt vorhandene Freibad auch weiterhin erhalten bleibt.

Auf weitere circa 60 Millionen Euro wird der Investitionsbedarf in den landeseigenen Bädern geschätzt. Dabei handelt es sich um das Sommerbad Olympiastadion, das Forumbad im Olympiapark, das Sportforum Hohenschönhausen, das Strandbad Wannsee und die Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark.

Datum: 4. Februar 2018. Text: Redaktion. Bild: Berliner Bäder-Betriebe