Oberbaumbrücke wird gesperrt

Spreeverbindung zwischen Friedrichshain und Kreuzberg wird zum Nadelöhr.

Das Brückenchaos in Berlin geht weiter. Die Elsenbrücke von Friedrichshain nach Treptow ist schon seit vergangenem Sommer nur noch einseitig befahrbar, weil auf der anderen Seite ein riesiger Riss klafft. Diagnose: Abriss! In ungefähr zehn Jahren wird die neue Brücke fertig sein. Bis dahin sind lange Staus und Verkehrschaos an der Tagesordnung. Ende Januar folgte die Sperrung der Salvador-Allende-Brücke für Autos und Busse wegen Rissen im Beton. Die Altstadt Köpenick fristet seitdem wieder ihr Inseldasein, denn an den Umleitungen tüfteln Verkehrsplaner derzeit ohne allzu großen Erfolg.

Ungenutzte Tramgleise

Und vor ein paar Tagen dann die absolute K.O.-Nachricht für Friedrichshain-Kreuzberger: Auch die Oberbaumbrücke, die die beiden Stadtteile über die Spree hinweg miteinander verbindet, ist sanierungsreif. Die Fahrbahnabdichtung muss neu gemacht werden und kann monatelang nur mit halber Kapazität befahren werden. Das Problem sind die Tramgleise, die seit der Sanierung zwischen 1992 und 1995 über die Brücke führen. Sie wurden zwar nie genutzt, erweisen sich aber als Problem. Schäden im Asphalt lassen Wasser eindringen. Bei Frost entstehen dann üble Schlaglöcher.

Nur eine Fahrspur

Die Senatsverwaltung für Verkehr kündigte für die Sperrung den Starttermin 6. Mai an. Mindestens bis Ende September rollt der Verkehr dann nur halbstark. Während des Baus fällt in jede Richtung eine Fahrspur weg und die Abbiegemöglichkeiten auf Friedrichshainer Seite werden eingeschränkt.

Mangelhafter Zustand

Nach Angaben der Senatsverkehrsverwaltung aus dem Jahr 2017 befinden sich nur 230 der rund 830 Brücken, die vom Land unterhalten werden, in einem sehr guten oder guten Zustand. Von 553 Brücken wird der Zustand als befriedigend oder ausreichend eingestuft. 42 Brücken sind laut dieser Zählung in keinem ausreichenden Zustand. Es sei kein Zufall, dass man sich nach und nach mit vielen Brücken in Berlin befassen müsse, sagte Jan Thomsen, Sprecher der Verkehrssenatorin im Interview mit der Berliner Zeitung. Die Verkehrsbelastung habe enorm zugenommen. „Viele dieser Bauwerke kommen in die Jahre“, lautet sein Fazit.

Datum: 06. Februar 2019, Autor: Sara Klinke, Bild: Thinkstock/iStock/atosan