Café Haberland sucht neue Betreiber

Besonderer Ort im U-Bahnhof Bayerischer Platz musste schließen.

Das Café Haberland im U-Bahnhof Bayerischer Platz hat seit Anfang des Monats wegen Geschäftsaufgabe geschlossen. Nun sucht die Urbanis GmbH im Auftrag der BVG eine neue Gastronomie für dieses außergewöhnliche Café an einem Ort, der besondere Geschichte atmet. Das Viertel war Anziehungspunkt für jüdische Bürger. In ganz Schöneberg lebten 1933 mehr als 16.000 Juden und sehr viele von ihnen auch im Bayerischen Viertel, das der Berliner Volksmund dann auch anerkennend die „Jüdische Schweiz“ nannte.

Als die BVG vor sechs Jahren den U-Bahnhof sanierte, entstand gemeinsam mit dem Bezirk die Idee, hier einen Treffpunkt für Nachbarn und einen Ort des Erinnerns zu schaffen. So entstand quasi auf dem Dach des Bahnhofes ein Café mit einer begrünten Terrasse, von der der ganze Bayerische Platz überblickt werden kann. In das Café, übrigens benannt nach den Gründern des Bayerischen Viertels, Salomon und Georg Haberland, wurde eine sehr spannende Dauerausstellung zum jüdischen Leben integriert. In Kurzfilmen, Lebenszeugnissen und Berichten begegnet man hier bekannten und weniger bekannten Bewohnern des Bayerischen Viertels.

Bezirk und BVG haben sich darauf geeinigt, dass bis zur Wiedereröffnung der Bereich der Ausstellung weiterhin zugänglich bleibt. Das Bayerische Viertel zählte zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu den schönsten Wohnvierteln Berlins und wurde schnell zu einem beliebten Wohnort. Ganz ohne Frage war Albert Einstein einer der berühmtesten Bewohner. Aber auch der Mathematiker Emanuel Lasker, der Theater- und Filmregisseur Erwin Piscator, die Ausnahmefotografin Gisèle Freund, der Psychoanalytiker Erich Fromm sowie Sozialdemokrat Rudolf Breitscheid wohnten hier.

Datum: 09. Februar 2019, Autor: red, Bild: imago/YOKO