Neues Leben an der Hertzallee-Brache

Mehr Wohnungsbau am Bahnhof Zoo geplant.

Für die einen ist der Kiez rund um den Hardenbergplatz ein Ort, den sie möglichst meiden. Die anderen sehen vor allem das Potenzial, das in dem Areal am Zoo steckt. Künftig soll hier ein lebendiges Stadtviertel entstehen, das Wissenschaft, Wohnen und Kultur vereint. Dafür setzt sich jetzt auch noch einmal die Bezirksverordnetenversammlung ein, die in ihrer jüngsten Sitzung einen entsprechenden Beschlussvorschlag der FDP-Fraktion beschlossen hat. Darin werden das Bezirksamt und der Senat dazu aufgefordert, im Dialog mit der Technischen Universität, die hier zahlreiche neue Gebäude plant, darauf hinzuwirken, dass diese gemischt genutzt werden.

Das müsse so schnell wie möglich passieren, da die „Baugenehmigungen für die Gebäude der TU Berlin voraussichtlich bereits vor Verabschiedung eines Bebauungsplans für das Gesamtgebiet erteilt werden“, erklärt die Fraktion. Und die SPD ergänzt, dass es notwendig sei, Platz für studentisches Wohnen zu schaffen. Eine Möglichkeit, dies zu erreichen, seien beispielsweise höhere Gebäude oder aufstockbare Bauten. Hochhäuser auf der Brache sind ohnehin seit Jahren im Gespräch, in Zukunft könnten sie als Wohn- und Bürogebäude dienen. Aber: „Inwieweit sich das Areal als Hochhausstandort eignet, ist im weiteren Planungsverlauf zu prüfen“, so Bezirksverordnetenvorsteherin Annegret Hansen.

Neues Stadtviertel

Bereits länger steht fest, dass das Areal nördlich der Hertzallee, die Brache hinter dem U-Bahnhof Zoologischer Garten, von der BVG und der Technischen Universität Berlin (TU) zum Standort von Forschungs- und Wissenschaftsgebäuden umgestaltet werden soll. Die entsprechenden Pläne sollen nach Senatsbeschluss „zügig umgesetzt werden“. Für den südlichen Teil der Hertzallee sind Wohnungen und Büroräume im Rahmen einer denkmalschutzgerechten Verdichtung vorgesehen. Bezirksstadtrat Oliver Schruoffeneger (Die Grünen) hofft, dass der Kiez rund um den Hardenbergplatz künftig eine eigene Identität hat. „Wir haben da nämlich ein Quartier, das von seiner Nutzermischung her sehr hochwertig ist“, so der Grünen-Politiker. Denkbar sind noch mehr kulturelle Angebote, aber auch eine Aufwertung des Yva-Bogens und des Bahnviadukts. Der Aufbau eines Stadtviertels mit kulturellem Schwerpunkt hat bereits mit der Eröffnung des neuen Delphi Lux-Kinos und der bereits seit Jahren etablierten Galerie C/O Berlin seine Anfänge genommen. „Das Umfeld des Bahnhofs Zoologischer Garten, gelegen im Herzen der City West, ist für die Stadt Berlin von außergewöhnlicher stadtpolitischer Bedeutung,“ erklärt der Senat.

Umfassende Pläne

Die Pläne sehen vor, dass die bislang ungenutzten Flächen zwischen Hardenberg-, Fasanen-, Müller-Breslau-Straße und Bahnviadukt ihrer zentralen Lage entsprechend zu einem urbanen Stadtquartier entwickelt werden. Der Hardenbergplatz soll zudem ganzheitlich so umgebaut werden, dass er seiner Rolle als Drehscheibe für den öffentlichen Personennahverkehr und zentraler Stadtplatz gerecht wird.

Datum: 10. Februar 2019, Text: Katja Reichgardt, Bilder: Bild: Simulation Senat, Bild: imago/Schöning