So schnell wie ein Delfin

Für Weltrekorde und Medaillen sucht die Marzahnerin noch Unterstützung.

Die Monoflossen-Schwimmerin Johanna Schikora ist die Sportlerin des Jahres in Marzahn-Hellersdorf. Zur Auszeichnung konnte sie Ende Januar aufgrund einer Grippe-Erkrankung nicht kommen. „Auch wenn ich nicht dabei sein konnte, bin ich wirklich wahnsinnig stolz auf diesen Preis in meinem Heimatbezirk“, erklärte die 17-jährige Kaulsdorferin im Interview mit dem Berliner Abendblatt.

Hohe Geschwindigkeiten

Finswimming ist die schnellste Schwimmsportart der Welt. Mit einer über beide Füße gezogenen Riesen-Flosse erreichen die Athleten in einem delphin-ähnlichen Schwimmstil Geschwindigkeiten von bis zu vier Metern pro Sekunde. Das ist eineinhalb Mal schneller als es klassische Sportschwimmer schaffen. „Mit Meerjungfrauen, Märchen und Disneys Arielle hat unser Sport überhaupt nichts zu tun“, erläutert die selbstbewusste und fröhliche Teenagerin, die das klassische Schwimmen in der Schwimmhalle am Helene-Weigel-Platz gelernt hat. „Da habe ich mein goldenes Seepferd-Abzeichen gemacht“, erinnert sie sich. „Sommerbaden in den Kaulsdorfer Seen und das Schwimmen im Winter in den Hallenbädern waren für mich als Wasserratte immer schon die ganz große Leidenschaft“, sagt sie.

Vor ein paar Jahren habe sie schließlich beim TC FEZ Berlin im Schwimmbad an der Wuhlheide zum Schwimmen mit der Riesenflosse gefunden. „Diese enorme Geschwindigkeit und die Dynamik haben mir von Beginn an gefallen“, erklärt Johanna ihre Faszination für den Sport, der eigentlich aus militärischen Trainingsübungen entstanden ist. Die tollen Leistungen und Siege der vergangenen Jahre verdankt sie auch ihrem Trainer Volko Kucher. Der war selbst einmal Leistungsschwimmer und trainiert seit fast 20 Jahren Welt- und Europameister.

Im September 2018 wurde Johanna Schikora zur Berliner Nachwuchssportlerin des Monats gewählt

„Das ganz Besondere an Johanna ist ihre Art, sich mit großem Ehrgeiz zu fokussieren“, umschreibt er die Einstellung der 17-jährigen. Gleich mehrere Gold- und Silberplätze holte sie bei den Worldcups der Erwachsenen sowie Titel und Rekorde im Jugendbereich in den vergangenen beiden Jahren. Den spektakulärsten Coup landete sie 2018 mit ihrer Fabelzeit über 1.500 Meter Freistil: Mit 13 Minuten und 27 Sekunden unterbot sie den bisherigen Jugendweltrekord um 13 Sekunden.

Lange Trainingstage

Um solche Leistungen weiterhin schwimmen zu können, trainiert sie täglich auf Schwimmdistanzen von bis zu 5.000 Metern. Neben der Schule hat ihr Alltag kaum noch Freizeitlücken. Bis 16 Uhr sind Schule und Hausaufgaben angesagt, danach ist Training oft bis 23 Uhr. „Früher habe ich noch Klavier gespielt und sogar an Wettbewerben teilgenommen. Dafür bleibt aber jetzt wirklich keine Zeit mehr“, erklärt die Schülerin, die mit einem Einser-Durchschnitt und den Leistungskursen Mathe und Chemie am Biesdorfer Gymnasium derzeit auf ihr Abitur zusteuert. Für den Sport selbst ist das Umfeld hier im Bezirk perfekt.

Meine Lieblingslaufstrecke führt durchs Grüne an der Wuhle entlang“, sagt sie über die große Runde von fünf bis sieben Kilometer, die sie täglich läuft. Allein für die Leistungssportzeit nach dem Abitur wünscht sie sich noch Unterstützung. „Die hohen Kosten für Reisen und Ausstattung müssen gedeckt werden“, erklärt Johanna, die ihren Trip zum Worldcup in Thailand im vergangenen Jahr nur über eine Sammelaktion im Internet finanziert bekam.

Die Chancen, dass Finswimming bei den olympischen Spielen im Jahr 2024 in Frankreich mit im Programm ist, stünden schließlich nicht schlecht und Johanna wäre dann im allerbesten Athletenalter. Tolle Perspektiven also auch für einen Sponsor, um eine solch vielversprechende Athletin auf ihrem Erfolgsweg zu begleiten

Mögliche Sponsoren finden Kontakt zur Sportlerin unter
trainer@tcfez.de

Datum 10. Februar 2019, Text: Stefan Bartylla, Bild: imago sportfotodienst/Eberhard Thonfeld und imago/Camera 4 (kleines Bild)