Turbo-Schule in Holzbauweise

Schule in Hohenschönhausen entsteht in modularer Holzbauweise.

Mit einem Projekt in ganz besonderer Bauweise schafft Lichtenberg derzeit in kürzester Bauzeit eine Menge neuer Grundschulplätze. Mitte Januar wurde dafür der Grundstein auf dem Grundstück an der Hohenschönhausener Konrad-Wolf Straße 11 gelegt. Hier entsteht eine dreizügige Grundschule mit einer großen Sporthalle und dazugehörigen Außenanlagen.

Schnelle Technik

Das neue Haus, das Platz für 432 Schüler bieten und 26 Millionen Euro kosten soll, wird im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen errichtet und gehört als Modellvorhaben zu den drei Schulneubauten, die erstmalig in Berlin in Holzmodulbauweise entstehen werden. Diese Fertigungsweise ist günstig, nachhaltig und vor allem besonders schnell. „Ich war schon etwas überrascht, als mir das Architekten-Team versprach, dass die Schule tatsächlich ab August 2019 und damit zum kommenden Schuljahr den Betrieb aufnehmen soll“, erläuterte Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Die Linke) eines der wichtigsten Details des neuen Schulgebäudes. In nur wenigen Wochen soll die Hülle dieses Turbo-Projektes bereits in Gänze fertig sein. Danach wird die Technik und Innenausstattung eingebaut. In den modular gefertigten Klassenräumen werden die langen Heizkörper über den Köpfen der Schüler an der Decke angebracht, und es wird bodentiefe Fenster geben.

Die Deckenplatten in den Räumen sind aus schalldämpfender Holzwolle gefertigt. „Ein Brandschutzproblem wird es nicht geben“, versichert Architektin Nicole Berganski. Das verwendete Holz sei für die sicherheitsrelevanten Standards ausgelegt.

Kurios ist bei diesem Projekt der Standort: Die Holzschule wird genau an jener Adresse gebaut, an der bis vor wenigen Jahren noch das Gebäude und die Turnhalle des Oranke-Gymnasiums stand. Weil damals kein Bedarf an neuen Schulplätzen prognostiziert wurde, schloss man diese Schule und riss sie bald danach samt Turnhalle ab.

Neue Berechnungen

Jetzt haben sich die Vorzeichen im Schulplatzbedarf grundlegend geändert: Die Einwohnerzahlen in Lichtenberg steigen seit rund fünf Jahren stark an. Der Bezirk gewinnt mit diesem Zuwachs auch eine große Zahl an Familien und Kindern dazu. Ein Fakt, den auch der Bezirksstadtrat für Schule und Sport, Wilfried Nünthel (CDU), schon seit geraumer Zeit mit in seine Planungen aufgenommen hat: „Um den Schulplatzbedarf längerfristig zu decken, sind weitere Maßnahmen bereits in der Vorbereitung“, erläutert er sein Handlungsfeld der kommenden Jahre, bei dem der Bezirk die Instrumente der sogenannten Berliner Schulbauoffensive vom Senat zur Verfügung gestellt bekommt.
Weitere Bauprojekte.

Nach diesem Plan werden noch bis zum Schuljahr 2024/25 rund ein Drittel mehr Grundschulplätze benötigt und auch die Kapazitäten an den Sekundarschulen und den Gymnasien um rund 50 Prozent steigen müssen. Für 125 Millionen Euro werden an fünf Standorten dafür neue Grundschulen im Bezirk entstehen: Am Blockdammweg und an der Waldowstraße in Karlshorst, an der Schleizer Straße und eben an der Konrad-Wolf Straße in Hohenschönhausen sowie an der Sewanstraße in Friedrichsfelde sind Schulen in Planung beziehungsweise im Bau.

Die neuen Integrierten Sekundarschulen werden an der Allee der Kosmonauten, am Rothkamp in Neu-Hohenschönhauen und in der Karlshorster Waldowallee entstehen. Dazu sollen bestehende Schulen im gesamten Lichtenberger Stadtgebiet an insgesamt acht Standorten Mobile Ergänzungsbauten (MEB) erhalten.

Datum: 12. Februar 2019, Text: Stefan Bartylla, Bild: Studie NKBAK