DDR-Fluchthelfer erinnert sich

Hasso Herschel blickt im Geschichtscafé zurück in den Fluchttunnel.

Die Geschichte der DDR-Fluchttunnel knapp und handlich, ein Gespräch mit einem Fluchthelfer und einen Blick auf nachgebaute Tunnel: das alles vereint das mittlerweile sechste Geschichtscafé des Quartiersmanagments Brunnenviertel „Anno erzählt“ an der Brunnenstraße 142, am 24. Februar um 10.30 Uhr. Die Veranstaltung mit Hasso Herschel wird dieses Mal ermöglicht durch den Verein Berliner Unterwelten.

Hasso Herschel war einer der erfolgreichsten und berühmtesten Helfer für DDR-Flüchtlinge. Mehr als 1.000 Menschen, die mit dem sozialistischen System unzufrieden waren, verhalf er auf vielen Wegen zusammen mit befreundeten Helfern in den Westen. Er wird von seinen drei Tunnelbauten unter der Bernauer Straße erzählen, von denen der Tunnel 29 der bekannteste ist. Durch ihn gelangten 29 Menschen in die Freiheit. Die Tunnelgrabungen in den 1960er-Jahren waren der Beginn seines Lebensweges als Fluchthelfer. Manch einem ist der Name Hasso Herschel vertraut – 2001 wurde von SAT1 der Quotenhit „Der Tunnel“ mit Heino Ferch in der Hauptrolle ausgestrahlt. Ferch gewann in der Rolle als Herschel die Goldene Kamera.

Bevor Hasso Herschel von seiner individuellen Tätigkeit berichtet, führt Dietmar Arnold vom Verein Berliner Unterwelten ein in das Thema Flucht aus der DDR und geht dabei speziell auf Grenzdurchbrüche mittels Tunnel ein. Anschließend zeigt er in den historischen Gewölben der ehemaligen Oswald-Berliner-Brauerei im Originalmaßstab nachgebaute Tunnel. Er wird von gescheiterten und geglückten Tunnelvorhaben berichten. Die Veranstaltung ist nicht barrierefrei. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist aufgrund des begrenzten Teilnehmerzahl erforderlich: (0157) 37 64 40 65. 

Datum: 12. Februar 2019, Text: Redaktion, Bild: Katja Reichgardt