30 Shisha-Bars haben dichtgemacht

Schließung unumgänglich: Kohlenmonoxid-Werte lagen im gesundheitsschädlichen Bereich.

Im Orient ist das Rauchen einer Shisha (Wasserpfeife) Teil der Tradition der arabischen Kultur. In Deutschland hat sich der Shisha-Trend in den vergangenen Jahren stark etabliert. Eine Shisha-Bar nach der anderen eröffnete, besonders in Großstädten wie Berlin war der Hype nicht aufzuhalten. Doch das Rauchen der Pfeife birgt mitunter Gefahren. Wegen zu hoher Kohlenmonoxid-Belastung in den Shisha-Bars wurden in Tempelhof-Schöneberg jetzt 30 Betriebe dicht gemacht.

Extrem hohe Werte

Genuss und Geselligkeit – das mögen junge Leute am Shisha-Rauchen.

Gemeinsam mit der Polizei und weiteren Fachdienststellen wurden im vergangenen Jahr rund 30 Shisha-Bars im Bezirk kontrolliert. Schwerpunkt der Überprüfungen war die bereits bekannte Kohlenmonoxid-Problematik. Kohlenmonoxid (CO) verursacht erhebliche Gesundheitsgefahren – es ist ein gefährliches Atemgift, das geruch-, geschmack- und farblos ist. Es entsteht durch die Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Stoffen wie zum Beispiel der Kohle in den Shisha-Pfeifen. Wird ein Raum nicht ausreichend gelüftet, reichert es sich in geschlossenen Räumen stark an. Laut Arbeitsstättenverordnung darf der Wert in Shisha-Gaststätten 30 ppm (parts per million) nicht übersteigen. Die Feuerwehr trägt ab einem Wert von mehr als 60 ppm Atemschutzgeräte. Bei den genannten Kontrollen wurden CO-Werte von 60 ppm bis nahezu 800 ppm in den Shisha-Betrieben gemessen. Alle 30 Shisha-Bars wurden, teilweise im Sofortvollzug versiegelt, teilgeräumt oder vorrübergehend geschlossen. Das teilt das Büro von Ordnungsstadtrat Oliver Schworck (SPD) mit.

Gefährlicher Einsatz

Jüngst musste der Einsatz (sechs Überprüfungen von Shisha-Bars waren geplant) sogar bereits nach der Hälfte abgebrochen werden, da die Einsatzkräfte über deutliche Symptome von CO-Vergiftungserscheinungen wie zum Beispiel Übelkeit und Kopfschmerzen klagten. Im Zuge dieser Kontrollen wurde in einer Bar der CO – Höchstwert von 800 ppm gemessen. Mehrmals riefen die Kontrolleure außerdem die Berliner Feuerwehr hinzu, die bei derartig erhöhten Werten mittels Druckluft die Gaststätten lüftet. „Um das Bewusstsein für Gesundheitsgefahren durch Kohlenmonoxid zu stärken, wird die Kontrolle von Shisha-Bars weiterhin ein Schwerpunkt des Ordnungsamtes sein“, sagt Schworck.

Gesundheit gefährdet

Oftmals wird das Shisha-Rauchen als harmlosere Alternative zur Zigarette gesehen. Doch Experten geben zu bedenken, dass auch das Rauchen einer Wasserpfeife eine Gefahr für die Gesundheit darstellen kann. Auch wenn der Rauch einer Shisha nicht wie bei einer Zigarette direkt inhaliert wird, gelangt doch Nikotin ins Blut. Gerade weil beim Shisha-Rauchen oft tiefer inhaliert wird als bei einer Zigarette. Auch ist es ein Irrglaube, dass Wasserpfeifen-Tabak kein Teer enthält. Teer entsteht immer dann, wenn der Tabak erhitzt wird, was bei der Shisha der Fall ist.

Datum: 15. Februar 2019, Autor: Sara Klinke, Bilder: Thinkstock/iStock/Pilin_Petunyia; Thinkstock/iStock/BestForBest