Standort-Probleme bei Hertha

Nach wie vor herrscht Ungewissheit über Stadion-Pläne des Bundesligisten.

Über drei Monate verzögerte Hertha BSC bereits die Offenlegung der Unterlagen zum geplanten Stadionneubau. Nun liegen diese im Datenraum des Abgeordnetenhauses aus. Akteneinsicht haben hier allerdings nur die Abgeordneten, die obendrein keine Infos an die Öffentlichkeit weitergeben dürfen. Zumindest die Abgeordneten sollen jetzt einige Antworten auf die noch offenen Fragen erhalten und sich ein eigenes Meinungsbild schaffen.

Offene Fragen

Für alle anderen bleibt weiterhin unklar, wie es genau um die Planungen eines neuen, reinen Fußballstadions im Olympiapark steht. Bauen möchte Hertha eigentlich auf dem Grundstück nördlich des Olympischen Platzes, an der Rominter Allee. 35.000 Quadratmeter soll das Stadion umfassen, insgesamt benötigt der Verein knapp 50.000 Quadratmeter. Allerdings: drei Wohnhäuser müssten dafür abgerissen werden. Die Kosten des Neubaus werden auf 200 bis 250 Millionen Euro geschätzt. Wie genau Hertha die Finanzierung stemmen möchte, ist ebenfalls noch unklar. „Stattdessen kommuniziert der Verein seinen Mitgliedern einen Eröffnungstermin und den Zeitplan, im ersten Quartal 2019 einen Erbbaurechtsvertrag unterschreiben zu wollen. Diese Art der Kommunikation ist irritierend“, sagt SPD-Politiker Dennis Buchner.

Vor allem der Verbleib der Anwohner auf dem anvisierten Areal steht für viele Politiker im Fokus. Sie hoffen auf eine vernünftige Lösung und bringen immer wieder auch andere Standorte, darunter das Tempelhofer Feld, ins Gespräch. Hertha hingegen scheint sich auf das Grundstück im Olympiapark festgelegt zu haben. „Unser klarer Favorit ist der Olympiapark mit bester und bereits vorhandener Infrastruktur“, erklärte Herthas Präsident Werner Gegenbauer bereits im vergangenen Jahr. Der Olympiapark erfülle die von Hertha BSC gesetzten und gewichteten Kriterien am besten. Sämtliche andere Standorte, die auf den ersten Blick geeignet erschienen, waren bereits nach der ersten Prüfungsrunde aus de Rennen, so der Verein weiter. Für den Wunschstandort wurde eine Machbarkeitsstudie inklusive Standortanalyse angefertigt, die Ende März im Roten Rathaus vorgestellt wird.

Mehr Fan-Nähe

Hertha fordert seit Jahren ein neues Fußballstadion, das statt 75.000 Plätzen nur noch 55.000 Zuschauerplätze haben soll. Auch die Distanz zu den Fans soll in der neuen Hertha-Spielstätte verringert werden. Von derzeit 21 auf dann acht Meter soll diese schrumpfen. Viele Fans befürworten die Pläne für ein reines Fußballstadion, andere kritisieren die Verdrängung von ohnehin knappen Wohnraums. Im Jahr 2025 endet der derzeitige Mietvertrag im Olympiastadion.

Konkrete Pläne

Bereits 2022 könnte mit dem Bau der neuen Hertha-Spielstätte begonnen werden, drei Jahre später dann das erste Heimspiel in der neuen Spielstätte stattfinden. Dafür müssen aber zunächst noch einige politische Hürden genommen werden.

Datum: 16. Februar 2019, Text: Katja Reichgardt/Redaktion, Bilder: AS+P-HH Vision