Blackout in Köpenick

Beschädigtes Kabel an der Salvador-Allende Brücke sorgt für Stromausfall in der Altstadt und angrenzenden Ortsteilen

Seit Dienstagnachmittag ist der Strom in rund 34.000 Köpenicker und Lichtenberger Haushalten ausgefallen. Bei Sanierungsarbeiten an der baufälligen Salvador-Allende-Brücke kam es bei einer Bohrung zur Versorgungsunterbrechung. „Zwei 110-Kilovolt-Kabel sind beschädigt. Wir suchen fieberhaft nach der Schadenstelle“, erklärte Vattenfall-Pressesprecher Olaf Weidner am Dienstagnachmittag. Die gesamte Stromversorgung für Haushalte, Straßenbeleuchtung, Tram-Verkehr, Mobilfunk und Telefonie wurde in der Folge lahmgelegt. Betroffen waren große Teile der Altstadt  von Köpenick, angrenzende Ortsteilen und die südliche Region in Lichtenberg.

In der Nacht mussten mobile Anlaufstellen der Feuerwehr eingerichtet werden und auch die Polizei hatte in den Abendstunden den Streifendienst verstärkt. Die Notstromversorgung im Köpenicker DRK-Krankenhaus konnte nur dank des Einsatzes des Technischen Hilfswerks aufrechterhalten werden. In den frühen Morgenstunden musste die Intensivstation des Krankenhauses Köpenick evakuiert und 19 Patienten auf umliegende Krankenhäuser verteilt werden. Die Feuerwehr ist seit der Nacht mit einem Großaufgebot an Rettungswagen und Notärzten vor Ort und auch die Berliner Polizei verstärkte ihre Präsenz mit vier Fahrzeugen, die sie als stationäre „Wachen“ im Notfallgebiet einsetzten. Gegen zwei Uhr nachts fiel die Entscheidung der Senatsbildungsverwaltung: 22 Schulen müssen am Mittwoch geschlossen bleiben.

Vattenfall meldete am Vormittag eine erste konkrete Reparaturprognose. „Wir tun alles dafür, das Ziel für eine Reparatur um 15 Uhr einzuhalten“, sagte eine Vattenfall-Sprecherin am frühen Morgen. Die besondere Schwierigkeit bestehe darin, dass auch ein Ersatzkabel beschädigt worden sei. Beide Kabel hätten etwa einen Meter voneinander entfernt gelegen. Als Anlaufmöglichkeiten für alle betroffenen Bürger hat die Berliner Feuerwehr folgende beheizte Schulen benannt

  • Archenhold-Gymnasium (dort erhält man eine warme Mahlzeit, kann sich aufwärmen und ausruhen)
    Rudower Straße 7, 12439 Berlin
    Tel.: (030) 636 01 95
  • Alexander-von-Humboldt-Gymnasium
    Oberspreestraße 173, 12555 Berlin
    Tel.: (030) 651 97 88
  • Schule an der Wuhlheide
    Kottmeierstr. 2-4, 12459 Berlin
    Tel.: (030) 535 01 78
  • Anna-Seghers-Schule
    Radickestraße 43, 12489 Berlin
    Tel.: (030) 677 47 66
  • Heide-Grundschule
    Florian-Geyer-Straße 87, 12489 Berlin
    Tel.: (030) 67 82 27 89

Im gesamten Gebiet gilt die kostenfreie Nutzung der BVG-Linien. In den Bussen werden auch Notrufe entgegengenommen, die per Betriebsfunk übermittelt werden.

 

Datum: 20. Februar 2019, Text: Stefan Bartylla/ Bild: Thinkstock/Istock/eamanver