Leerstand trotz Wohnungsknappheit

Im Bezirk stehen einige Wohnhäuser weiterhin leer.

Wohnraum wird auch in Mitte immer knapper. Dennoch gibt es weiterhin potenzielle Wohnhäuser, die leer stehen. Da ist zum einen das zu unrühmlicher Bekanntheit gelangte Eckhaus Lüderitzstraße/Kameruner Straße, das nach seiner Räumung im vergangenen Frühjahr nach wie vor unbewohnbar ist. Aber auch den Häusern an der Torstraße 225 und 227 herrscht Leerstand. Das zeigt eine nun veröffentlichte Antwort der neuen linken Stadträtin für Jugend, Familie und Bürgerdienste, Ramona Reiser. Alleine an der Torstraße 225 stehen demnach 25 Wohnungen leer. Laut Reiser sollen 20 dieser Wohnungen in den kommenden Monaten modernisiert werden.

Entsprechende Leerstandsgenehmigungen wurden bis Mai beziehungsweise Dezember 2020 erteilt. Was mit den anderen fünf leerstehenden Wohnungen passieren soll, ist hingegen nicht bekannt. Und auch ein anderes Wohnhaus im Bezirk fällt Anwohnern immer wieder durch langen Leerstand auf. Für das Gebäude an der Chausseestraße 7 gebe es laut Reiser einen Bauvorbescheidantrag vom Dezember 2018 auf „Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses“. Zur Umsetzung dieser Pläne aber sei „der Abriss des Bestandsgebäudes erforderlich“, so die Bezirksstadträtin. Ihres Wissens nach stehe zwar das Vorderhaus leer, in den anderen Teilen des Gebäudes aber „müsse das Haus noch bewohnt sein“. Was mit den verbliebenen Mietern im Seitenflügel bei Durchsetzung der Abrisspläne passiert, dazu gibt es noch keine Erkenntnisse. Nach Verschärfung des Zweckentfremdungsverbots im vergangenen Jahr ist der Leerstand von Wohnraum eigentlich nur noch für drei statt der bisherigen sechs Monate erlaubt. Auch die Bußgelder bei möglichen Verstößen wurden 2018 erhöht.

Datum: 21. Februar 2019, Text: Katja Reichgardt, Bild: imago/Tom Maelsa