Mauerpark zwischen Event und Gedenken

Ergebnisse der Online-Befragung zur Entwicklung des Areals liegen vor.

Neu- und Nachpflanzung schattenspendender Bäume, Integration von Toilettenanlagen, ein Wasserspielplatz – das sind drei der am häufigsten genannten Vorschläge, die im Rahmen der Onlinebefragung in Sachen Mauerpark genannt wurden. Mehr als 220 Beiträge konnte die Stiftung Grün Berlin auf der Internetplattform registrieren und schreibt in diesem Zusammenhang von „großem Interesse“. Die Beiträge würden deutlich machen, dass der Mauerpark einerseits als einzigartiger „kosmopolitischer Raum“ im ehemaligen Grenzraum zwischen Ost und West geschätzt, andererseits aber seiner Bedeutung als Ort für Naherholung, Freizeit und Bewegung nicht mehr ausreichend gerecht wird.

Interessante Erkenntnis

Erstaunlich, aber angesichts zunehmender Einwohnerproteste gegen die wochenendlichen Konzerte und Karaoke-Events wenig überraschend: 82 Beiträge beziehen sich nicht auf eine der sechs im Vorfeld festgelegten inhaltlichen Kategorien, sondern auf einen gänzlich neu entwickelten Punkt „Regelung Parknutzung und Aktivitäten“.

Das zeigte, so ist in der Auswertung der Online-Befragung zu lesen, „dass neben der Aufwertung des Mauerparks vor allem der Auf- und Weiterbau von Organisationsstrukturen gefordert wird, wie etwa Parkregeln. Diese Erkenntnis ist interessant und für die zukünftige Planung wichtig, da sie wenig mit den räumlich-gestalterischen Mitteln zu tun hat, nach denen eigentlich gefragt wurde“.

Erster Schritt.

Die Hinweise der Bürger aus der Online-Befragung und einem Parkspaziergang im August vergangenen Jahres fließen in eine Machbarkeitsstudie ein, die zurzeit im Auftrag der Grün Berlin Stiftung und in Abstimmung mit dem Bezirksamt Pankow und der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz erarbeitet wird.

Die Studie ist ein erster Schritt, um Maßnahmen für die Verbesserung der Aufenthaltsqualität und Nutzbarkeit des Mauerparks und des Falkplatzes zu planen. Die Umsetzung dieser Maßnahmen ist bis 2022 aus Fördermitteln des Programms „Zukunft Stadtgrün“ vorgesehen.

Erhebliche Entlastung

Derzeit laufen die Bauarbeiten für eine Vergrößerung des Mauerparks. Eine etwa sieben Hektar große Fläche, die westlich an den bestehenden Park angrenzt, wird voraussichtlich ab 2020 für die Parkbesucher zur Verfügung stehen. Dies wird den intensiv genutzten Park bereits erheblich entlasten.

Einige Wünsche aus dem Beteiligungsverfahren werden schon bei der Vergrößerung des Parks umgesetzt. So sind im Erweiterungsteil beispielsweise Toiletten, die Bewässerung der Rasenflächen und beleuchtete Parkwege vorgesehen. Darüber hinaus hat das Bezirksamt Pankow einen runden Tisch zur Lösung der Nutzungskonflikte im Park eingerichtet.

Das Beteiligungsverfahren wird während der gesamten Planungsphase durch Dialogworkshops mit der Bürgerwerkstatt Mauerpark fortgesetzt und von der Grün Berlin Stiftung gesteuert. In einem nächsten Schritt werden die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie den Bürgern in einer Infoveranstaltung im Frühjahr 2019 vorgestellt.

Datum: 21. Februar 2019 Text: Manfred Wolf Bild: imago/Rolf Zöllner