Große Pläne für den Fischerkiez

Linke-Fraktion fordert mehr Bürgerbeteiligung.

Über die Neugestaltung der alten Mitte Berlins denken Politiker und Stadtentwickler seit Jahren nach. Am Molkenmarkt wurden die langjährigen Planungen nun in die Tat umgesetzt, hier wird seit einigen Wochen an der Wiederherrichtung des historischen Stadtviertels gearbeitet. Und auch am Petriplatz sowie rund um das neue Berliner Schloss tut sich einiges. Große Pläne gibt es auch für eine Weiterentwicklung der Fischerinsel, die jetzt erneut Thema in der Bezirksverordnetenversammlung ist. Die Linke-Fraktion fordert vom Bezirksamt eine Einbeziehung aller Beteiligten in die Planungen, allen voran der Anwohner. „Darüber hinaus wird das Bezirksamt ersucht, weitere Partner für Maßnahmen auf der Fischerinsel zu gewinnen, insbesondere öffentliche Wohnungsgesellschaften.“ Ziel sei die Umsetzung so vieler Einzelmaßnahmen wie möglich, um das Viertel für Besucher und Anwohner wieder lebenswerter zu gestalten. Ein wichtiger Aspekt ist dabei unter anderem die Wiederherstellung des barrierefreien Zugangs vom Mühlendamm auf den vorhandenen Fußweg auf der Fischerinsel.

Masterplan steht

Schon lange wird im Rahmen eines Masterplans Fischerinsel darüber geredet, wie man den historischen Kiez wieder attraktiver und gleichzeitig seine geschichtsträchtige Bedeutung herausarbeiten kann. Erste Besiedlungen der alten Fischerinsel lassen sich auf das 12. Jahrhundert zurückdatieren. Einer der berühmtesten Bewohner des Viertels war der Kaufmann Hans Kohlhase. Heute dominieren vor allem Hochhäuser das Bild der Fischerinsel. Neue Hochhauspläne für das Eckgrundstück Fischerinsel/Mühlendamm waren zuletzt aber Ende 2017 an massiven Protesten der Anwohner gescheitert. Die Entscheidung fiel anschließend auf die Entwürfe der Hamburger Blauraum Architekten, die eine achtgeschossige Blockrandbebauung mit „multifunktionalen Mehrgenerationen-Häusern“ vorsehen. Platz soll zudem für Gewerbe, Büros und ein Hotel geschaffen werden. Der Baubeginn ist aktuell noch für Ende dieses Jahres vorgesehen. Neben diesem großen Bauvorhaben gibt es laut den Linken aber auch viele kleine Maßnahmen, die zu einer Verbesserung der Lebensqualität beitragen sollen.

Zusammenarbeit anvisieren

Bei einigen davon könnte das Bezirksamt auch mit dem Verein Flussbad zusammenarbeiten, die seit einiger Zeit auf der Fischerinsel an der Verwirklichung einer ökologischen Regenerationszone im Kupfergraben arbeiten. „Durch punktuelle Entfernungen der Kanalmauer sollen begrünte Bereiche mit flachen Uferböschungen entstehen, die als historisches Fenster die im Boden verborgene Stadtmauer Berlins freilegen“, heißt es von den Initiatoren. Bereits seit einigen Jahren gibt es in den warmen Sommermonaten einen Info-Garten am Kanal. Entlang der Museumsinsel soll dann in einigen Jahren sogar im bis dahin sauberen Spreewasser geschwommen werden. Wann mit den kleinen – und großen – Baumaßnahmen auf der Fischerinsel begonnen wird, steht hingegen noch nicht fest.

Datum: 22. Februar 2019, Text: Katja Reichgardt, Bild: Thinkstock/iStock/Detailfoto