Flanieren am Weigandufer

Bezirksamt vermeldet Beginn der Bauarbeiten zur Neugestaltung.

„Wo bisher Unübersichtlichkeit herrscht und Büsche als Müllablageplatz benutzt wurden, entsteht für die Anwohner ein attraktives neues Ufer.“ Mit diesen Worten kündigt Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) das an, was in den kommenden Monaten und Jahren am Weigandufer geschehen soll. Die Bauarbeiten zur Neugestaltung haben jetzt begonnen. Mängel am Ufer sollen behoben und mehr Übersichtlichkeit sowie bessere Zugänge zum Wasser geschaffen werden.

Die Bauarbeiten beginnen im Abschnitt zwischen Wildenbruch- und Innstraße mit Rodungsarbeiten von Wildwuchs und Sträuchern von mehr als einem halben Meter Größe. Im Anschluss werden die Gehwege in diesem Bereich umgebaut und neues Grün gepflanzt. Ab Frühling wird voraussichtlich östlich der Wildenbruchstraße die Zufahrt ins Weigandufer dauerhaft für den Auto-verkehr gesperrt und zugleich die Mittelinsel der Wildenbruchstraße erneuert. Im Herbst soll dann die Umgestaltung des Uferbereichs auf der anderen Seite der Wildenbruchstraße bis hin zur Fuldastaße folgen.

Fahrradstraße stärken

Die neue Fahrradstraße erscheint den Nutzern noch nicht sicher.

Zusätzlich zu dem Ziel, für mehr Attraktivität am Weigandufer zu sorgen, solle auch die neue Fahrradstraße gestärkt und Durchgangsverkehr reduziert werden, erklärt Hikel. Und das scheint dringend nötig. Denn sicher fühle man sich als Radler auf der Fahrradstraße momentan gar nicht, berichtet ein Anwohner. „Hier wurden zwar Schilder aufgestellt, ein Symbol aufgeklebt, Fahrradständer errichtet, aber alles anderes bleibt hochgradig gefährlich“, fasst er zusammen.
Die neue Ausrichtung des Ufers sei mit der Anwohnervertretung gemeinsam entwickelt worden. Auch die Neubepflanzung werden wir mit den Anwohnern besprechen. Denn sie sind es, die sich an ihrem Lebensort wohlfühlen sollen“, sagt Hikel.

Der Wildenbruchplatz, ergänzt Stadtrat Jochen Biedermann (Die Grünen), werde seinen Charakter komplett verändern. Er führt aus: „Durch die Sperrung des angrenzenden Teils des Weigandufers für den Autoverkehr entsteht eigentlich ein ganz neuer Park direkt am Wasser.“ Das Bezirksamt sei gefordert, solche grünen Orte zu schaffen, wenn es mit der Entwicklung Neuköllns mithalten möchte. Das gelte besonders für einen wachsenden Kiez mit einer so dichten Bebauung.

Für Autos gesperrt

Die Maßnahmen im ersten Bauabschnitt zwischen Wildenbruch- und Innstraße betreffen vor allem die Verkehrsflächen entlang des Wildenbruchplatzes. Der Bereich wird für Autos gesperrt, die Fahrbahn teilweise zurückgebaut und ein besserer Zugang vom Park ans Ufer geschaffen. Der bisherige Fußgängerweg auf der Parkseite wird bepflanzt. Auf der Innstraße werden neue Stellflächen eingerichtet. Die Umgestaltung betrifft auch den Gehweg direkt am Kanal sowie das derzeit marode Ufergeländer. Der Umbau folgt dem Gestaltungsprinzip des bereits umgebauten Bereichs am Weichselplatz.

Im gesamten Bereich werden zahlreiche neue Sitzgelegenheiten geschaffen und 32 neue Fahrradbügel aufgestellt. Im Abschnitt zwischen Wildenbruch- und Innstraße werden sechs Amberbäume und zwei Felsenbirnen und im Abschnitt zwischen Fulda- und Wildenbruchstraße vier Silberweiden zusätzlich neu gepflanzt. Die Neugestaltung des gesamten Weigandufers wird voraussichtlich im Herbst 2020 fertiggestellt sein. Die Kosten belaufen sich auf 1,5 Millionen Euro und werden von Senat und Bezirk gemeinsam getragen.

Datum: 23. Februar 2019, Autor: Sara Klinke, Bilder: Stefan Bartylla