Mehr Geld für Kitas und Spielplätze

Charlottenburg-Wilmersdorf profitiert vom langsamen Vorankommen der anderen Bezirke.

Charlottenburg-Wilmersdorf investiert mehr Geld in den Ausbau von Kitaplätzen. Das zeigen nun veröffentlichte Zahlen der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie. Die Mittel aus dem Kita- und Spielplatzsanierungsprogramm (KSSP) wurden 2018 nicht nur komplett ausgeschöpft. Der Bezirk investierte auch noch rund 300.000 Euro mehr in den Ausbau von Kitas und Spielplätzen als im Finanzkontingent vorgesehen. Möglich wurde das dadurch, dass viele andere Bezirke ihr Kontingent nicht komplett nutzten. Reinickendorf etwa ließ rund 150.000 Euro liegen. In Charlottenburg-Wilmersdorf flossen 534.451 Euro in die Sanierung der bezirklichen Kindertagesstätten und 476.633 Euro in die Spielplatzsanierung. Insgesamt wurden berlinweit nur 96,03 Prozent der Mittel abgerufen. Im Jahr davor waren es noch 98,68 Prozent. Für das Haushaltsjahr 2019 kündigte der Senat an, das Kita- und Spielplatzsanierungsprogramm (KSSP) um weitere neun Millionen Euro für Spielplatzsanierungen in ganz Berlin aufzustocken.

Verbessertes Kitaplatzangebot

Der Bezirk plant ohnehin, in Zukunft noch mehr in die Verbesserung des Kitaplatzangebots investieren zu wollen. „Das Bezirksamt forciert den Platzausbau“, erklärt die Bezirksstadträtin für Jugend und Familie, Heike Schmitt-Schmelz (SPD). Das umfasse die Sicherung bezirkseigener Grundstücke, mögliche Erweiterungen von bestehenden Einrichtungen und die Reaktivierung ehemaliger Kitagebäude. Um den wachsenden Bedarf an Kita- und Kinderbetreuungsplätzen zu decken, werden laut Schmitt-Schmelz auch einige neue Kitas gebaut. So soll es in der Kita Jungfernheide künftig Platz für bis zu 100 Kinder geben, in der Kita Wallenbergstraße weitere 150 Plätze. Zwei modulare Kitabauten entstehen an der Sömmeringstraße (150 Plätze) und an der Emser Straße 50 (150 Plätze). „Insgesamt werden im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf bis zum Jahr 2020 circa 1.800 Plätze ausgebaut“, so die Familienstadträtin. Auch in der Kindertagespflege sollen in den kommenden Jahren neue Betreuungsplätze geschaffen werden.

Fehlende Plätze

In ganz Berlin fehlen nach wie vor rund 3.000 Kitaplätze. Auch der Senat versucht, mit einfachen Mitteln mehr Plätze zu schaffen. Mit einem Platzgewinnungsprogramm, das noch bis Juni 2019 gilt, sollen Kitas unter anderem dazu animiert werden, zusätzliche Plätze anzubieten. Für jeden Platz, der im Vergleich zum Vorjahresmonat zusätzlich belegt wird, erhalten die Betreuungsstätten 250 Euro pro Monat als Plus zur Regelfinanzierung. Und auch die Spielplätze im Bezirk sind vielerorts sanierungsbedürftig. Auch wenn die Situation in anderen Teilen Berlins um einiges schlimmer ist, gibt es auch in Charlottenburg und Wilmersdorf marode oder gesperrte Spielplätze.

Datum: 25. Februar 2019, Text: Katja Reichgardt, Bild: Thinkstock/iStock/ilkercelik