Lösung für Schulweg-Chaos in Reinickendorf gesucht

Schulen und Bezirksamt starten gemeinsame Gespräche / SPD legt erste Vorschläge vor.

Elterntaxis sorgen vor vielen Grundschulen jeden Morgen für ein gefährliches Verkehrschaos. Diese unbefriedigende Situation nehmen Reinickendorfer Schulen zum Anlass, gemeinsam über Wege zu mehr Verkehrssicherheit an Grundschulen zu diskutieren. Bezirksstadtrat Tobias Dollase (parteilos, für CDU) begrüßte jetzt Vertreter von Schulen im Rathaus zur Auftaktveranstaltung.

Individuelle Lösungen

Der Initiative „Mehr Verkehrssicherheit an Grundschulen“ liegt ein Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung zugrunde. Als ersten Schritt erhalten die Schulleitungen einen Überblick über verschiedene Maßnahmen von Schulen zur Schulwegsicherung. Dollase: „Mehr Sicherheit kann nicht vom Bezirksamt verordnet werden. Individuelle Lösungen sollten in enger Zusammenarbeit mit den Eltern entstehen. Es muss uns gelingen, gemeinsam Konzepte zu entwickeln, wie man mehr Eltern und Schüler dazu bringen kann, dass die Kinder ihren Schulweg in der Regel selbstständig gehen.“ Dabei soll insbesondere geprüft werden, wie Schulen ihre Aufklärungsarbeit verbessern können. Überlegt werden soll auch, ob es sich im Einzelfall lohnt, Orte in der Nähe zu benennen, an denen die Eltern ihre Kinder absetzen, damit diese zumindest das letzte Stück laufen.

Konzept gefragt

Die Sicherheit auf Schulwegen war kürzlich auch Thema einer Veranstaltung der SPD Heiligensee-Konradshöhe-Tegelort. „Das Thema brennt“, so Daniela Steenkamp von der SPD Heiligensee. Sie verwies auf den Unfall mit einem Heiligenseer Schülerlotsen und die Diskussion um Frohnauer Elterntaxis im letzten Jahr. Nach Ansicht der SPD-Bezirksfraktion ist das Bezirksamt aufgefordert, ein Konzept für mehr Schulwegsicherheit in Reinickendorf zu entwickeln. Dabei sei der SPD besonders wichtig, über Kiss- and Goodbye-Areas nachzudenken und die Aufklärungsarbeit zu intensivieren, hieß es.

Erhoffte Verbesserungen

Hinrich Westerkamp von der Grünen-Fraktion erläuterte Ansätze wie das Konzept „Walking Bus“, bei dem sich an zentralen Punkten Grundschulkinder treffen und dann gemeinsam den Schulweg absolvieren. Auch sprach er sich für Schulwegpaten aus. Harald Voß vom Bezirkselternausschuss verwies einem Bericht der Sozialdemokraten zufolge auf das Berliner Mobilitätsgesetz, von dem er sich zahlreiche Verbesserungen auch für die Schulwegsicherheit erwarte.

Anregungen gibt es auch von anderer Seite: Einige Schulen nehmen bereits an dem Projekt „Zu Fuß zur Schule“ teil. Die vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) gesteuerte Kampagne sieht Beratungsangebote für Lehrer, Eltern und Schüler vor. Etwa, wenn es darum geht, Projektwochen oder ganzjährige Aktionen zu dem Thema zu organisieren. Im Bezirk haben sich unter anderem die Otfried-Preußler-Grundschule in Heiligensee, die Renée-Sintenis-Grundschule in Frohnau und eben auch die Gollancz-Grundschule beteiligt. Aktuell macht die Borsigwalder-Grundschule mit.

Datum: 3. März 2019. Text: Redaktion. Bild: Thinkstock/iStock/sharpness71