Streit um Baupläne gefährdet Flussbad

Managerschule ESMT stellt Bedingungen und plant Pkw-Haltebucht.

Eigentlich sollte am Schlossplatz in der Berliner Mitte eines Tages eine Flussbadeanstalt eröffnen. Dass dieser Plan nun in Gefahr gerät, könnte tatsächlich an einer nicht genehmigten Taxistelle und einer versiegelten Freifläche im und am ehemaligen DDR-Staatsratsgbäude scheitern. Komischer Zusammenhang? Gar nicht! Der geht nämlich so: Das Grundstück nördlich vom Schlossplatz wurde 2004 der Managerschule ESMT vom Land Berlin in Erbpacht mit einer Laufzeit bis zum Jahr 2069 zur Verfügung gestellt. Der Erbbaurechtsvertrag umfasst das ehemalige Staatsratsgebäude, in dem die private Hochschule betrieben wird sowie das Bürogrundstück an der Breiten Straße einschließlich des denkmalgeschützten Gartenbereiches.

Bauvorhaben gerät ins Stocken

Die Platzflächen vor dem Gebäude gehören zur Gesamtplanung der Freianlagen im Umfeld des neu gebauten Humboldt Forums. Und genau dort wünscht sich die Manager-Schule nun vor ihrem Haus Pkw-Haltebuchten. Erste Abstimmungen dazu gab es Ende 2016 zwischen Senat und der Managerschule, mit dem Ergebnis, dass die Taxivorfahrten abgelehnt wurden. „Eine Anpassung der Planung zu einem späteren Zeitpunkt ist jedoch möglich. Das ist der ESMT bekannt“, sagt Petra Rohland von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Weil aber nun ein weiteres Bauprojekt der Manager-Schule ins Stocken gerät, zeigen sich die ESMT-Verantwortlichen enttäuscht und legen ihre Kooperationsbereitschaft zur Umsetzung des an der direkt benachbarten Stelle geplanten Flussbadprojektes auf Eis. Die Managerschule plant nämlich an der Breiten Straße auch den Bau eines neuen Verwaltungsgebäudes und eines Studentenwohnheims im Süden ihres Geländes an der Sperlingsgasse. „Der Bau des neuen Verwaltungsgebäudes ist Teil der Planung des Berliner Senats, der Bau des Wohnheims dagegen nicht.

Der Senat argumentiert unter anderem, dass die Fläche, auf der das Wohnheim entstehen soll, zur denkmalgeschützten Grünfläche gehört“, erläutert Georg Garlichs, der Geschäftsführer der ESMT Berlin. Das stimme allerdings nicht, so Garlichs – bei dem Geländeteil handele es sich schließlich um eine mit Betonplatten versiegelte Parkplatzfläche, die noch nie als Garten oder Park genutzt worden sei. Mit den nun fehlenden Rahmenbedingungen sei das gesamte weitere Verfahren für das Millionenprojekt samt Baustart noch unklar, sagte der Geschäftsführer.

Planungsverfahren läuft

Dem widerspricht die Senatsverwaltung und verweist auf eine übliche Verfahrensweise. „Unsere Verwaltung führt zur Zeit ein notwendiges Bebauungsplanverfahren durch“, teilt die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung auf Anfrage mit. Die Zulässigkeit von studentischem Wohnen sei dabei bereits im Bebauungsplan enthalten und und auch weiterhin Bestandteil der Planungen. Allein die Kommunikation zwischen Senat und Pächter habe sich inzwischen weiter abgekühlt. So wurde der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung nun mitgeteilt, dass die ESMT keine Möglichkeit sieht, über eine weitere Öffnung des Gartens hinter dem Staatsratsgebäude für die Überlassung eines Geländestreifens für das Projekt Flussbad zu sprechen, sofern nicht ein Entgegenkommen bei den Themen Haltewunsch und Bebauung in der Sperlingsgasse zu sehen ist.

„Die Zusammenarbeit zwischen ESMT und dem Flussbad Berlin ist bereits aufgekündigt worden – In dieser Konsequenz darf der Garten am Flussbad nur noch bis Ende 2019 auf den Flächen der Management-Schule betrieben werden“, informiert die verantwortliche Senatsverwaltung zum aktuellen Stand.

Datum: 14. März 2019, Text und Bilder: Stefan Bartylla