Hotspot für Fahrraddiebe

In Friedrichshain-Kreuzberg werden die meisten Drahtesel gestohlen.

Wer sein Fahrrad liebt, der … nimmt es besser mit in die Wohnung. Denn auf öffentlichem Straßenland und auch in Hinterhöfen werden Drahtesel in Berlin schnell mal geklaut. Wenn es um Fahrraddiebstahl geht, ist Friedrichshain-Kreuzberg im stadtweiten, ja sogar im deutschlandweiten Vergleich ganz vorne mit dabei. Wie sich Radfahrer vor Diebstahl schützen können, darüber informiert die Polizei. Im vergangenen Jahr ging sie mit einer behördenweiten Gesamtstrategie zur Bekämpfung des Fahrraddiebstahls an den Start.

Berlinweiter Spitzenreiter

4.253 Fahrraddiebstähle wurden im vergangenen Jahr in Friedrichshain-Kreuzberg zur Anzeige gebracht. Mehr waren es nur in Pankow (4.260), was aber an der höheren Einwohnerzahl im nördlichen Berliner Bezirk liegt. Auf 100.000 Einwohner kamen in Friedrichshain-Kreuzberg nämlich 1.487 angezeigte Diebstähle, in Pankow waren es 1.053. „Schon längerfristig liegt in Friedrichshain-Kreuzberg eine hohe Belastung diesbezüglich vor“, sagt Polizei-Pressesprecher Thilo Cablitz. Der Trend geht aber in ganz Berlin nach oben. 30.235 geklaute Räder wurden im vergangenen Jahr angezeigt.

Geringe Hemmschwelle

Wer denkt, Fahrräder wären im Hinterhof sicher, der irrt. Eine Großzahl der Fahrraddiebstähle gehören zu den sogenannten „Beschaffungstaten“, wird vermutet. Damit sind Diebstähle von Drogenopfern, Alkoholikern oder Obdachlosen gemeint. Die Hemmschwelle ist gering, der Dealer will beliefert werden. Wer also Opfer eines Fahrraddiebstahls wird, hat meistens nichts falsch gemacht. Dennoch konzentriert sich die Polizei Berlin in ihrer Offensive gegen Fahrraddiebstahl schwerpunktmäßig auf die Prävention. „Dadurch soll eine stärkere Sensibilisierung der Bevölkerung für das Deliktsfeld und die Eigenverantwortung, insbesondere mit Blick auf die optimale Sicherung, erzielt werden“, sagt Cablitz. Hierbei gehe es speziell auch darum, die soziale Kontrolle zu stärken. Außerdem sei es wichtig, bei der Sicherung des Fahrrades durch Schlösser auf hohe Qualität zu achten.

Ein Tipp: das Fahrrad mit zwei Schlössern – einem Bügel- und einem Kettenschloss – sichern. Für diese beiden Modelle bedarf es nämlich unterschiedliche Werkzeuge, um die Schlösser zu knacken. Außerdem rät Cablitz dazu, das Fahrrad immer und überall zu sichern, auch wenn es sich nur um eine Minute beim Bäcker handelt. Starre Befestigungsmöglichkeiten wie Laternenmasten, Fahrradbügel etc. sollten aufgesucht werden, Hauszugänge und Gartentore immer gut verschlossen sein. In einem Fahrradpass kann die Rahmennummer des Fahrrades eingetragen werden, was die Suche nach dem Diebstahl erleichtert. Die Erfolgsquote, was die Aufklärung von Fahrraddiebstählen angeht, ist allerdings nicht sehr rosig: Im Jahr 2017 lag sie bei 3,9 Prozent. Es wird aber angeboten, im Internet nach gestohlenen Rädern zu suchen.

Mit Beginn der wärmeren Jahreszeit bietet die Polizei Berlin wieder verstärkt Termine zur Fahrradkennzeichnung und zur Information über das richtige Sichern von Drahteseln an. Der nächste Termin für Friedrichshain-Kreuzberg ist am 11. April, 15.30 bis 18.30 Uhr, in der Kinderfreizeiteinrichtung Känguruh, Konitzer Straße 2. Weitere Termine finden sich hier.

Datum: 15. März 2019, Text: Sara Klinke, Bilder: Stefan Bartylla