Ku’damm-Raser wegen Mordes verurteilt

Landgericht verhängte erneut lebenslange Freiheitsstrafen für die beiden Angeklagten.

Mehr als drei Jahre ist es her, dass ein 69-jähriger Jeep-Fahrer bei einem illegalen Autorennen am Ku’damm ums Leben kam. Die beiden Angeklagten Hamdi H. und Marvin M. wurden in dieser Woche erneut des gemeinschaftlichen Mordes schuldig gesprochen. Das Landgericht verhängte lebenslange Freiheitsstrafen. Sie hätten tödliche Folgen billigend in Kauf genommen, stand für die Richter in der Neuauflage des Prozesses fest. Das erste Urteil hatte der Bundesgerichtshof (BGH) aufgehoben.

Am 1. Februar 2016 hatten sich die beiden Angeklagten ein sogenanntes „Stechen“ geliefert – ihrer Aussage nach spontan – und waren dabei mit bis zu 170 Kilometern in der Stunde über den Ku’damm gerast. Dabei haben sie mehrere rote Ampeln überfahren und schließlich den bei bei Grün fahrenden Jeep-Fahrer gerammt. Sein Wagen wurde mehr als 70 Meter weit geschleudert. Der 69-Jährige verstarb noch am Unfallort. Im ersten Prozess im Jahr 2017 wurden die inzwischen 27 und 30 Jahre alten Männer dann bereits zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt. Das Urteil wurde ein knappes Jahr später vom Bundesgerichtshof wieder aufgehoben.

Auch jetzt wird mit einer erneuten Revision gerechnet. Die Gewerkschaft der Polizei begrüßt die Entscheidung des Landgerichts und hofft, dass die Begründung dieses Mal auch der zu erwartenden Revision vor dem Bundesgerichtshof standhält. „Wer mit extremer Geschwindigkeit und ohne Rücksicht auf Verluste über mehrere rote Ampeln rast, nimmt den Tod von Menschen billigend in Kauf und setzt sein Fahrzeug als gemeingefährlichen Gegenstand ein. Das ist Mord und gehört dementsprechend bestraft“, erklärt der Sprecher der Gewerkschaft, Benjamin Jendro.

Datum: 28. März 2019, Text: Katja Reichgardt/Redaktion, Bild: imago/Jürgen Ritter