Neue Kontaktstelle am Leo eröffnet

Der Verein Fixpunkt hat Kontaktstelle am Platz eröffnet.

ach der Schließung des „Knorke“ im Jahr 2015 fehlte etwas am Leopoldplatz. Das Haus wurde einige Jahre zuvor als Treffpunkt für die wachsende Trinkerszene am Platz eingerichtet und erfreute sich großer Beliebtheit. 2015 musste sie dann aber wegen eines Drogenfundes schließen. Seitdem wurde viel geredet über neue Anlaufstellen und ein Platzmanagement am Leo. Nun ist es soweit: Vor wenigen Tagen eröffnete eine neue Kontaktstelle, die als Begegnungsort für Anwohner und Besucher des Platzes, aber auch als Anlaufstelle für diejenigen, die auf dem Platz trinken, Drogen konsumieren oder Hilfe suchen. „Die Probleme am Leopoldplatz können nur gelöst werden, wenn es einen Begegnungsort wie diesen gibt“, erklärte Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) bei der feierlichen Eröffnung.

Wichtiger Baustein

Der neue Treffpunkt sei neben dem konfliktvermittelnden Platzmanagement und der Straßensozialarbeit ein wichtiger Baustein im Handlungskonzept zum Leo. „Schon jetzt werden die Angebote stark nachgefragt. Ich freue mich über die hohe Akzeptanz der Kontaktstelle im Kiez und bedanke mich bei allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit“, so von Dassel weiter. Betreut wird die Kontaktstelle vom Verein Fixpunkt, der seit vielen Jahren am Leo aktiv ist.

Angebot für Hilfesuchende

Die Räume wurden erneut von der evangelischen Nazarethkirchengemeinde zur Verfügung gestellt. Hinter dem Gemeindehaus befindet sich der kleine, frisch renovierte Bungalow an der Nazarethkirchstraße 50, in dem ab sofort jeder willkommen ist. Zur Ausstattung der Kontaktstelle gehören zwei Beratungsräume, ein Gemeinschaftsraum, eine Küche mit Sitzbereich sowie ein Waschraum mit Dusche, einer Waschmaschine und einem Trockner, der von allen genutzt werden kann. In dem Treff erhalten Trinker Hilfe und Beratung, dürfen hier auch Alkohol trinken. Drogenkonsumenten bekommen saubere Utensilien und Antworten zu Fragen bezüglich Infektionskrankheiten. „Hier sollen nachbarschaftlicher Umgang und gegenseitige Toleranz ausgehandelt und gemeinsam gelebt werden. Gleichzeitig bieten Sozialarbeiter Informationen, Beratung und spezifische Unterstützung an“, erklärt von Dassel die Idee hinter dem Treffpunkt. Montag bis Freitag, von 11 bis 16 Uhr, sind jeweils zwei Straßensozialarbeiter vor Ort. Neben dem neuen Treffpunkt gibt es noch ein Kontakt- und Beratungsmobil im Kleinen Tiergarten, das allerdings nur dienstags und donnerstags, 14 bis 16.30 Uhr, zur Verfügung steht. Ein neuer Anlaufpunkt im Bezirk war daher dringend notwendig. Der Leopoldplatz gilt seit Jahren als kriminalitätsbelastet und Trinkertreff. Ein ausgebautes Platzmanagement und der nun offiziell eröffnete „Knorke“-Ersatz sollen dagegen angehen und den Leo langfristig sicherer machen. Mehr dazu gibt es im Netz.

Datum: 3. April 2019, Text: Katja Reichgardt, Bild: imago/Ina Peek