Urban-Gardening-Projekt feiert Saisonstart

Das GleisBeet liegt zwischen Warschauer Straße und dem Elektroclub Berghain.

Zwischen Warschauer Straße, wo Lärm, Abgase und Schmutz kaum präsenter sein könnten, und dem weltweit bekannten Elektroclub Berghain liegt – etwas versteckt und einer kleinen Oase gleichend – das GleisBeet. Das Urban-Gardening-Projekt ist eine wunderbare grüne Insel inmitten des turbulenten Kiezes in Friedrichshain. Am 7. April, ab 11 Uhr, wird in dem Gemeinschaftsgarten mit einem kleinen Eröffnungsfest der Frühlingsauftakt gefeiert.

Spaß am Grün

Erste Knospen lassen den Frühling erahnen.

Das GleisBeet liegt auf dem Gelände des ehemaligen Wriezener Bahnhofs an der Helsingforser Straße 29. Das Gelände ist etwa 1.300 Quadratmeter groß. Nach der Umgestaltung der Wriezener Brache begann im Jahr 2012 das Projekt GleisBeet. Seit Oktober 2018 wird dieses von den Naturfreunden Berlin organisiert und verwaltet. Uwe Hiksch von den Naturfreunden sagt: „Wir freuen uns sehr über Gartenfreunde, die am Projekt GleisBeet teilnehmen möchten.“ Gegärtnert werden könne eigentlich immer. Das offene Gelände ist für alle Interessierten zugänglich. Die betreute Gartensaison läuft von April bis Mitte Oktober.

Alle notwendigen Gartenwerkzeuge gebe es vor Ort, erklärt Hiksch. Auf dem Gelände stehen ein Geräte-Container sowie Wassertanks für die Beete bereit. Unterschiedliche Möglichkeiten fürs Gärtnern sind gegeben: Hochbeete, Gemeinschaftsbeete oder Nachbarschaftsbeete können entwickelt und angelegt werden. Das Gelände ist auch familienfreundlich. Eine große Aktionsfläche zum Chillen, Spielen und Entspannen ist vorhanden. In diesem Jahr werde es auch eine neue Fahrradwerkstatt auf dem Gelände geben sowie ein erweitertes Gartenangebot und neue Nachbarschaftsbeete, sagt Hiksch.

Nahrung für Bienen

In der vergangenen Gartensaison haben sich zwischen zehn und 15 Kiezbewohnern regelmäßig zu den Gartenterminen im GleisBeet getroffen. „Es ist noch Platz für weitere Freizeitgärtner“, sagt Hiksch. Die Entscheidung, welche Pflanzen und Blumen hier blühen sollen, treffen die aktiven Gärtner gemeinsam. „Gemüse und Lebensmittel bauen wir im GleisBeet aufgrund seiner spezifischen Lage allerdings nicht an“, sagt Hiksch. Ein Teil der Pflanzen und Früchte jedoch werden dem Dathe-Gymnasium als Futter für die Biologiestation zur Verfügung gestellt. Die meisten Pflanzen würden aber stehen bleiben und Insekten und Bienen als Nahrungsangebot dienen.

Freiräume schaffen

Als besonders wichtig sieht Uwe Hiksch die Existenz von Urban-Gardening-Projekten in Großstädten wie Berlin an. „Das sind soziale und ökologische Treffpunkte, die die Stadt nachhaltig und ökologisch gestalten und Menschen zusammenführen.“ Außerdem verbessern sie das Mikroklima und tragen zur Schaffung einer grünen Infrastruktur in urbanen Räumen bei. „Für Großstädter bieten Urban-Gardening-Projekte Raum für soziale Interaktionen, bieten eine erfüllende Freizeitgestaltung und schaffen Freiräume“, so Hiksch abschließend. Öffentliche Termine zum Gärtnern im GleisBeet können auf der Internetseite der Naturfreunde Berlin abgerufen werden. Wo es weitere Gemeinschaftsgärten in Friedrichshain-Kreuzberg gibt, lässt sich hier herausfinden.

Datum: 3. April 2019, Text: Sara Klinke, Bilder: Thinkstock/iStock/Liliboas, Stefan Bartylla