Ersatzverkehr ohne Baustelle

 Die Wasserbetriebe können noch nicht bauen – die Tram fährt trotzdem nicht mehr

Über einen Aprilscherz, der gar keiner ist, berichteten die Kollegen des Bezirksamtes Anfang der vergangenen Woche: Die Straßenbahnlinie 62 fährt nämlich seit dem 1. April bis zum Jahresende 2019 im Bereich der südlichen Wendenschloßstraße zwischen Betriebshof Köpenick und Wendenschloß mit einem Schienenersatzverkehr. Die Anwohner kennen diese Praxis bereits aus vielen, vielen Jahren, da Bauarbeiten in diesem Bereich von wechselnden Partnern zum Alltag gehören.

Ab dem 1. April ergibt sich aber eine ganz neue Variante: Schienenersatzverkehr ohne Baustelle. Die Berliner Wasserbetriebe wollten eigentlich an diesem Tag damit beginnen, ihre Kanäle zu erneuern und somit das Bauangebot in diesem Gebiet wieder auf den Alltags-Pegel heben. Doch das klappt vorerst nicht. Unter anderem haben die Wasserbetriebe noch keinen Antrag bei der Verkehrslenkung Berlin gestellt.

Die Wasserbetriebe haben auch noch nicht die Anwohner über die Bauarbeiten informiert. Die BVG hat aber schon fleißig den Schienenersatzverkehr organisiert und kann nach eigener Aussage nun nicht mehr zurück. Die Straßenbahnfahrer wurden bereits anders verplant und stehen jetzt für die Linie in Wendenschloß nicht mehr zur Verfügung. Und somit gibt es seit Beginn des Monats einen Schienenersatzverkehr ohne Baustelle .“Die Verkehrssituation ist in dieser Region bereits schwierig genug. Ein planloses Vorgehen des Leitungsbetriebes Berliner Wasserbetriebe ohne jegliche Anwohnerinformation verschärft die Situation noch mehr und wird zu berechtigter Empörung der Bürger führen. Ich erwarte von den Berliner Wasserbetrieben, dass Bauarbeiten anders vorbereitet werden und Anwohner rechtzeitig informiert werden.“

 

Datim 6. April 2019, Text: Redaktion, Bild: imago/ Seeliger