Kitabau-Probleme belasten den Bezirk

Mehr als 1.600 Kita-Plätze fehlen den Charlottenburg-Wilmersdorfern.

Die Suche nach einem Kitaplatz wird für die meisten Eltern in Berlin zu einer Tortur. Auch in Charlottenburg-Wilmersdorf fehlen bis 2020 noch mindestens 1.600 Plätze. Abhilfe sollten die in Schnellbauweise errichtbaren „Modularen-Kita-Bauten“ schaffen. Durch sie sollten, so der Plan der Senatsverwaltung, in kürzester Zeit knapp 3.000 zusätzliche Kita-Plätze an 27 Standorten entstehen. Im Bezirk sind zwei Standorte, einer an der Sömmeringstraße und an einer an der Emser Straße, jeweils mit Platz für 170 Kinder, vorgesehen. Doch daraus dürfte erst einmal nichts werden.

Denn wie der Stadtentwicklungssenat nun bekannt gegeben hat, hätte sie kein einziges Angebot der zunächst interessierten Firmen erhalten, weshalb das im Juni 2018 gestartete Verfahren nun aufgehoben wurde. Grund dafür seien die vollen Auftragsbücher der Bauunternehmen. „Die Modulbauweise ist eine in Berlin kaum genutzte Bautechnik, die Handwerksunternehmen in der Region sind nicht darauf eingestellt. Deshalb können die erforderlichen Kapazitäten auch nicht zur Verfügung gestellt werden, wie das Ausschreibungsergebnis schmerzlich gezeigt hat“, erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der bezirklichen FDP-Fraktion, Johannes Heyne. Er stellt zudem die Aussage des Senats, es käme nun lediglich zu einer Verzögerung von drei Monaten bis zur Fertigstellung der Modul-Kitas, infrage. „Rot-grün-rot erkennt nicht, dass mit der wachsenden Stadt auch die Infrastruktur wachsen muss und Kapazitäten in den Bezirken fehlen.“ Das wirke sich bei einem Wegfall von zwei Standorten und fast 340 Kitaplätzen perspektivisch auch auf den Bezirk aus. Ursprünglich sollten die Kitas bereits in diesem Jahr fertiggestellt werden.

Datum: 7. April 2019, Text: Katja Reichgardt, Bild: Getty Images/marcobir